Wien. Die ÖVP hat das schwarz-rote Duell um den Bürgermeisterposten in Salzburg für sich entschieden. ÖVP-Amtsinhaber Harald Preuner verwies den SPÖ-Herausforderer Bernhard Auinger gestern, Sonntag, in der Stichwahl klar auf Platz 2. Damit bleibt es bei den Hauptstadt-Bürgermeistern beim Gleichstand: Es gibt vier schwarze, vier rote - und einen grünen in Innsbruck.

Salzburg war zwar eigentlich die ganze Zweite Republik hindurch eine rote Stadt: Im Gemeinderat lag immer die SPÖ vorne. Nur Bürgermeister gab es schon schwarze: Den ersten noch von den Alliierten eingesetzten 1945/46 - und von 1992 bis 1999 Josef Dechant. Er wurde trotz roter Mehrheit (damals noch) vom Gemeinderat gewählt, weil nach der verheerenden Wahlniederlage einige SPÖ-Abtrünnige für ihn stimmten.

Preuner profitierte ebenfalls von einem SPÖ-Debakel: Langzeit-Bürgermeister Heinz Schaden trat wegen seines Untreue-Prozesses zurück, sein Nachfolger Auinger war bei der Neuwahl im Dezember 2017 noch mäßig bekannt. So setzte sich Preuner in der Stichwahl mit dem hauchdünnen Vorsprung von 294 Stimmen durch. Bei der regulären Wahl heuer verteidigte er seinen Bürgermeistersessel sehr klar: Mit 5.549 Stimmen mehr ging er aus der Stichwahl mit 55,6 Prozent hervor.

Grüne holten sich 2018 ersten Bürgermeisterposten

Machtwechsel wie den - jetzt bestätigten - in Salzburg in den Bürgermeister-Stuben der Landeshauptstädte gab es bei den letzten Wahlen nur zwei weitere. Einer war recht spektakulär: Bei der Innsbruck-Wahl 2018 holten sich die Grünen ihren ersten Hauptstadt-Bürgermeisterposten. Georg Willi schlug die seit 2010 amtierende Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck) in der Stichwahl.

Dank Kärnten gibt es aber immerhin noch eine Bürgermeisterin: Maria-Luise Mathiaschitz (SPÖ), die 2015 die Stichwahl gegen den FPÖ-Bürgermeister Christian Scheider gewann. Damit war die blaue Ära in Klagenfurt (nach sechs Jahren) wieder zu Ende. Davor hatte es (von 1973 bis 1997) zwei schwarze Bürgermeister gegeben - die längste Zeit in schwarz-blauer Koalition -, nachdem die ersten Jahrzehnte der Zweiten Republik die Roten das Sagen gehabt hatten.

Ebenso "bunt" ist Graz. Dort wechselten die Bürgermeister-Parteien mehrfach: 1945 bis 1973 stellte die SPÖ die Bürgermeister, dann bis 1983 die FPÖ, gefolgt von einem kurzen (bis 1985) schwarzen Interregnum und dann der langen Amtszeit Alfred Stingls (SPÖ). Erst 2003 konnte sich die ÖVP mit Siegfried Nagl den Bürgermeistersessel zurückholen.

In Wien waren die (gewählten) Bürgermeister seit 1945 wie auch in St. Pölten und Linz durchgehend von der SPÖ, in Eisenstadt durchgehend von der ÖVP, in Innsbruck vor Willi immer von der ÖVP bzw. deren Abspalter "Für Innsbruck". Im prinzipiell schwarz regierten Bregenz konnten sich von 1970 bis 1990 SPÖ-Bürgermeister behaupten.

Die 18 Jahre Stingls in Graz waren bei weitem nicht die längste Amtszeit. Ein paar seiner Hauptstadt-Kollegen brachten es auf mehr als 20 Jahre: In Eisenstadt war Hans Tinhof 27 Jahre (1950 bis 1977) ÖVP-Stadtchef, in Innsbruck Alois Lugger (ÖVP) ebenfalls 27 Jahre (1956 bis 1983). Franz Dobusch (SPÖ) hielt sich in Linz 25 Jahre im Amt, Leopold Guggenberger (ÖVP/Klagenfurt) und Michael Häupl (SPÖ/Wien) brachten es auf 24 Jahre, in Bregenz kam Karl Tizian (ÖVP) zwischen 1950 und 1970 auf 20 Jahre und der jetzige Stadtchef Markus Linhart (ÖVP) ist nun schon seit 21 Jahren am Ruder - also der aktuelle Rekordhalter.

Gewählt wurden die Bürgermeister die längste Zeit von den Gemeinderäten. Mittlerweile ist das nur mehr in drei Bundesländern - und damit auch Landeshauptstädten - der Fall, in Niederösterreich, der Steiermark und Wien (wo ja der Bürgermeister gleichzeitig Landeshauptmann ist). Die sechs anderen Länder entschieden sich für die Direktwahl: Den Anfang machte 1991 Kärnten; nach der verfassungsrechtlichen Absicherung 1994 wurde die Wahl durch das Volk auch in Burgenland, Oberösterreich, Salzburg, Vorarlberg und Tirol eingeführt. (apa)