Wien. In Österreich sind in absoluten Zahlen gerechnet im vergangenen Jahr mehr Beschäftigte am Arbeitsplatz verunfallt als im Jahr 2017. Nach der jüngsten Statistik der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA), die der "Wiener Zeitung" vorliegt, kam es 2018 zu 106.390 Arbeitsunfällen. Das bedeutet, dass 2229 Bedienstete mehr als 2017 zu Schaden gekommen sind, ein Anstieg um 2,14 Prozent. Sorge bereitet, dass viele Leiharbeitskräfte darunter sind.

Beate Mayer, Expertin der Statistikabteilung der Unfallversicherungsanstalt, führt den Anstieg in absoluten Zahlen vor allem auf den deutlichen Zuwachs an Erwerbstätigen zurück. Deren Zahl ist im vergangenen Jahr auf 3,67 Millionen gestiegen. Das war gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme um gut 100.000 Erwerbstätige. Dies wiederum geht auf die gute wirtschaftliche Entwicklung im vergangenen Jahr zurück. All Zuletzt war die Zahl im Jahr 2009 mit rund 105.000 Arbeitsunfällen ähnlich hoch.

Die meisten Unfälle im Tiefbau

In absoluten Zahlen passieren die meisten Arbeitsunfälle in der Produktion, zu der auch der Industriebereich zählt, mit im Vorjahr 19.114 Personen, die verunglückt sind. Traditionell viele Arbeitsunfälle gibt es am Bau, wo sich im Vorjahr 17.430 Verletzungen ereigneten. Dort besteht im Bereich des Tiefbaus das größte Risiko, wie Statistikerin Mayer erläutert. Im gesamten Baubereich kommen auf 1000 Erwerbstätige im Schnitt 66,7 Arbeitsunfälle, im Tiefbau sind es im Schnitt sogar 86 Arbeitsunfälle. In der Produktion sind es je 1000 Erwerbstätige im Schnitt 31,2 Arbeitsunfälle.

Kopfzerbrechen bereitet die hohe Zahl an Betroffenen Leiharbeitskräfte. Diese werden in der Statistik zu den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen gezählt, wo im Vorjahr 9328 Arbeitsunfälle verzeichnet wurden. Damit ist das Risiko gemessen an der Zahl der Beschäftigten auffallend groß. Auf 1000 Erwerbstätige, die in der Sparte mit den Leiharbeitern fallen, kommen immerhin 64,3 Arbeitsunfälle.
Weitere 53.783 Unfälle betrafen in Ausbildung befindliche Personen. Das sind Schüler, Studierende und jene Kinder, die das verpflichtende Kindergartenjahr vor dem Schuleintritt besuchen. Die Zahl dieser Unfälle ist im Vorjahr gegenüber 2017 leicht um 727 (minus 1,33 Prozent) zurückgegangen.

Schließlich verzeichnete die AUVA in ihrer Jahresbilanz für das Vorjahr insgesamt 1140 Fälle von Berufskrankheiten. Auch das bedeutete einen Rückgang gegenüber dem Jahr 2017, nämlich um 55 beziehungsweise 4,6 Prozent.