Villach. Peter Kaiser ist am Samstag auf einem Parteitag in Villach mit 99,34 Prozent der Delegiertenstimmen als Landesparteivorsitzender wiedergewählt worden. Der 60-Jährige führt die Landesorganisation seit 2010, seit 2013 ist er Landeshauptmann. Der Sozialdemokrat konnte die Zustimmung gegenüber seiner letzten Wahl 2016 halten. Damals hatte er 99,36 Prozent erreicht.

Kaiser hatte in seiner Rede sehr viele Themen angesprochen - von Kinderbetreuung über Wirtschaftsdaten bis hin zu Pflanzenschutzmitteln und Trinkwasser. Er betonte zudem die Bedeutung von Zusammenhalt in der Partei. "Jedem einzelnen ein herzliches Dankeschön für einmalige sozialdemokratische Disziplin", sagte Kaiser angesichts deutlich gelichteter Reihen im Saal nach der Verkündigung des Wahlergebnisses.

Der Andrang war zum Parteitag war nicht so groß gewesen wie erwartet - von bis zu 1.000 Besuchern war zu Beginn die Rede gewesen. Viele der roten Sessel im Saal, besonders in den oberen Rängen, blieben leer. Knapp 500 der 600 eingeladenen Delegierten waren gekommen, dazu weitere Gäste, darunter Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda und der Tiroler SPÖ-Vorsitzende Georg Dornauer.

Blasmusik und tosender Applaus: Pamela Rendi-Wagner und Landeshauptmann Peter Kaiser beim Landesparteitag der SPÖ. - © APAweb/Gert Eggenberger
Blasmusik und tosender Applaus: Pamela Rendi-Wagner und Landeshauptmann Peter Kaiser beim Landesparteitag der SPÖ. - © APAweb/Gert Eggenberger

Landeshauptmann-Sohn und EU-Kandidat für mehr Klimaschutz

Die Veranstaltung stand auch im Zeichen der EU-Wahl am 26. Mai. Spitzenkandidat Andreas Schieder wetterte gegen Konzerne und die Bundesregierung, er forderte Mindestlöhne in ganz Europa. Landeshauptmann-Sohn und EU-Kandidat Luca Kaiser kam bei den Funktionären mit seinem Plädoyer für ein sozialeres Europa und Klimaschutz sehr gut an. Seine Nominierung und seine Rückreihung bei der Listenerstellung auf Bundesebene, hatte für Streit zwischen Wien und Kärnten gesorgt. Der 24-Jährige hatte zuvor mit einem Posting, in dem er Österreich als "Nazion" bezeichnete, für Kritik gesorgt, außerdem musste sich Peter Kaiser gegen den Vorwurf der Vetternwirtschaft wehren.

Landesrat Daniel Fellner lobte das Engagement der Kärntner Kandidaten für die EU-Wahl, obwohl sie realistisch betrachtet "keine Chance auf ein Mandat" hätten, wie er auf der Bühne erklärte. Beim Parteitag waren also durchaus auch kritische oder zumindest doppeldeutige Töne zu vernehmen. Villachs Bürgermeister Günther Albel gab in seiner Rede wiederholt den Wunsch zu Protokoll, "mehr Kärnten, mehr Peter Kaiser und mehr Pamela Rendi-Wagner" in der Politik zu sehen. Kaiser lobte er als "Menschenfischer", der "Menschen fischen, Menschen fangen kann im besten Wortsinn". (apa)