Linz/Wien. Dass die deutschnational-völkische Burschenschaft Arminia Czernowitz und ein Verein der rechtsextremen Identitären Bewegung in Linz ein Haus teilen, ist vielen Oberösterreichern schon seit langem bekannt. Seit September 2016 betreiben die Identitären in der sogenannten "Villa Hagen" in der Hagenstraße in Linz-Urfahr ihr "Khevenhüller-Zentrum". Von dort soll die "Reconquista Oberösterreichs", also die Wiedereroberung, ihren Ausgang nehmen, schrieb die rechtsextreme Gruppierung damals auf Facebook.

Im Februar 2016 erfolgte ein Spendenaufruf zur Errichtung des Zentrums. In der "Villa Hagen" residieren zudem ein FPÖ-naher Verein, der Wohnraum an Studenten vermietet, und eben die Arminia Czernowitz. Ein gutes Dutzend FPÖ-Politiker sind Mitglieder in der Verbindung, die schon in der Vergangenheit mit Nähe zu rechtsextremem Gedankengut aufgefallen ist: Der Linzer Vizebürgermeister Markus Hein und Stadtrat Michael Raml beispielsweise, oder auch der ehemalige Sicherheitsstadtrat Detlef Wimmer. Auch der Ehemann der Dritten Nationalratspräsidentin Anneliese Kitzmüller, Wolfgang Kitzmüller, ist "alter Herr" der "Arminen".

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Ihr sei "nicht bewusst" gewesen, dass die Identitären in der Villa ihren Treffpunkt haben, sagte die Obfrau des Studenten-Vereins, Maria Grabmayr, zu den "Oberösterreichischen Nachrichten". Sie ist mit Wolfgang Grabmayr verheiratet, er ist ebenfalls Mitglied der "Arminen". Auch Vizebürgermeister Markus Hein behauptete, es sei ihm "bislang nicht bekannt" gewesen, dass "die Identitären auch in diesem Gebäude sind". Heins Büroleiter Ulrich P., er ist ebenfalls "Armine", und Jan A., politischer Referent der FPÖ-Landespartei, wollen sich nun von ihren Anteilen an der extrem rechten und verschwörungsideologischen Publikation "Info Direkt" trennen. In den vergangenen Tagen und Wochen nahm "Info Direkt" gegenüber den Identitären eine deutliche Verteidigerposition ein.

"Info Direkt" war "Medienpartner" am rechtsextremen Kongress "Verteidiger Europas" und unterstützt die Identitären regelmäßig publizistisch. Der Mietvertrag für das Identitären-Zentrum in der "Villa Hagen" sei bereits gekündigt, hatte Markus Hein vor zwei Wochen wissen lassen. Es ist der Versuch, einen Trennstrich zu ziehen, zwischen Partei einerseits und den Identitären und extrem rechten Medienprojekten andererseits. Doch das dürfte ein schwieriges Vorhaben werden.