Die Akademie existiere zudem noch, weshalb sie auch nächstes Mal vom Rechnungshof geprüft wird. Die Dokumente müssten gelagert werden. "Da sind wir gerade dabei", so Weigerstorfer.

Kanzleramt wartet Prüfung ab

Dass die Akademie nach der Auflösung des Team Stronach mit hundertausenden Steuergeldern weitermachte, als wäre nichts gewesen, soll laut "profil" vor der vergangenen Nationalratswahl auch die Expertenebene des Kanzleramts, damals noch unter roter Führung, beschäftigt haben. Damals wollte dieses offenbar nach der Wahl übrig gebliebene Fördergelder zurückfordern. Ohne Klub im Parlament soll man dort keinen Grund dafür gesehen haben, die Akademie zu subventionieren. Weiter verfolgt wurde die Sache allerdings nicht. Dafür wäre auch eine Klage nötig gewesen.

"Wir wurden nie kontaktiert", so Weigerstorfer. "Meines Wissens nach ist das aber eine Empfehlung des Rechnungshofs, dass hier eine Gesetzesänderung vorgenommen wird." Kanzleramts-Chef Gernot Blümel will einmal die Rechnungshofprüfung abwarten. Sollte dabei eine "widmungswidrige Verwendung" festgestellt werden, werde eine Rückforderung geprüft.

Das meiste Geld der Akademie floss in das Bildungsangebot, das aus Veranstaltungen, Studien, dem Buchverlag "Frank&Frei" und einem gleichnamigen Magazin besteht (Die Eigenständigkeit von Verlag und Magazin wird gerade geprüft). Es gab "Kinomontage" mit Filmen von "Macbeth" bis "Die Flüchtlingslüge" ebenso wie Veranstaltungen mit einem führenden Ideengeber der heimischen Identitären, Martin Lichtmesz, etwa über den Überlebenskampf des linken Establishments seit Donald Trump, der laut Veranstaltungsbeschreibung von 2017 "brutal" geführt werde. Lichtmesz schrieb auch für das Akademie-Magazin.

Frank Stronach präsentierte im Juli 2018 das im Akademieverlag erschienene Buch "Die Fragen aller Fragen - Woher kommen wir, wohin gehen wir?", das der Frage nachgeht, wie das Wasser in 200 Jahren sein wird, das getrunken wird, wie die Luft, die geatmet wird, und wie man "eine lebenswertere Welt erschafft". Auch Karin Kneissl gab vor ihrer Zeit als Außenministerin im Verlag ein Buch über China heraus, hielt in der Akademie einen Vortrag und schrieb Beiträge für das "Frank&Frei"-Magazin, das sie 2018 als Ministerin befragte.

Dieses Interview führte Kneissl mit dem Chefredakteur des Magazins, Werner Reichel. Dieser trat am 8. Mai 2019 als Experte zum Thema "Fake-News des Mainstreams" in einem Videobeitrag des am rechten Rand befindlichen "Wochenblick" auf. Laut Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands "rechtskonservativ bis rechtsextrem" sei auch das deutsche Magazin "eigentümlich frei", für das Reichel schreibt.