Wien. (red.) Die von der Bundesregierung ab 2020 geplante Steuerreform sieht nur wenige ökologische Elemente vor. Jetzt gerät aber Österreichs Regierung durch Details aus einer offiziell noch unveröffentlichten Studie im Auftrag der EU-Kommission in Bedrängnis. Der Verkehrsclub Österreich erklärte am Montag, eine Abschaffung der Steuerbefreiungen im Flugverkehr könnte Österreich 300 Millionen Euro bringen, EU-weit brächte eine Kerosin-Steuer laut Studie 27 Milliarden .

Der Spitzenkandidat der Grünen bei der EU-Wahl am 26. Mai, Werner Kogler, schlug am Montag in die gleiche Kerbe. Er forderte ebenfalls unter Berufung auf die EU-Studie, das "perverse Steuerprivileg" auf Flugbenzin abzuschaffen. Mit dem eingenommenen Geld könnten im Gegenzug Arbeitnehmer und Unternehmen steuerlich entlastet werden. Außerdem könnten so die CO2-Emissionen um elf Prozent gesenkt und die Lärmbelästigung um acht Prozent nach unten geschraubt werden. Weiters wäre damit ein Steuerungseffekt in Richtung Schienenverkehr verbunden, argumentierte Kogler.

Laut dem Verkehrsclub Österreich werde in der EU der Flugverkehr im globalen Vergleich deutlich niedriger besteuert als etwa in den USA, Kanada oder in großen Ländern Asiens. Zudem gehörten die grenzüberschreitenden Bahnverbindungen in Europa ausgebaut, verlangte die Organisation. Die "geleakte" Kerosinsteuer-Studie sei "in den letzten Wochen fertig" geworden, hieß es beim Verkehrsclub.

Steuer auf Flugtickets halbiert

Österreich hat zuletzt allerdings einen anderen steuerlichen Weg eingeschlagen, der den Flugverkehr billiger und damit attraktiver gemacht hat. Die im Zuge der Steuerreform 2016 beschlossene Tickesteuer von 40 Euro, mit dem Flüge teurer gemacht wurden, ist im vergangenen Jahr halbiert worden.