Wien. Als die damals 15-jährige Greta Thunberg im August 2018 zum ersten Mal vor dem Parlament in Stockholm demonstrierte, ahnte vermutlich niemand, was die Schülerin damit auslöste. Seit diesem Tag steht jeder Freitag weltweit im Zeichen des Klimaschutzes: Im Zuge der Bewegung "Fridays for Future" gehen Schüler und Studierende jede Woche auf die Straße, um gemeinsam gegen die Klimapolitik zu protestieren. Auch in Österreich.

Der Klimawandel ist eines der dominanten Themen dieser EU-Wahl. Aber im Gegensatz zu den Themen Migration, aufkeimender Nationalismus und EU-Skepsis scheint das Klimathema den Nerv einer jungen Generation getroffen zu haben.

Genauso wie das Klima nicht mit den Landesgrenzen endet, kann auch der Klimaschutz nur global funktionieren. Denn das Klima beschreibt die Gesamtheit aller auf der Erde auftretenden Wetterzustände mit ihren Extremen und Schwankungen und wird dabei vom Wechselspiel der Kontinente, Meere und der Atmosphäre geprägt.

Ozeane absorbieren CO2

Obwohl die Mitgliedstaaten der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen seit 2015 ebenfalls an einem gemeinsamen Strang ziehen wollten und in Paris Klimaziele definiert haben, wonach zum Beispiel die globale Erwärmung bis 2100 gegenüber 1880 unter zwei Grad Celsius gehalten werden muss, beschleunigt sich diese. Tut man nichts, wird sich die Temperatur weltweit um durchschnittlich sechs Grad erhöhen, prognostizieren Klimaexperten. Trotz gesetzter Maßnahmen ist die globale Durchschnittstemperatur zwischen dem Ende des 19. Jahrhunderts und 2012 um 0,85 Grad gestiegen, 2017 lag sie bereits 1,1 Grad über dem vorindustriellen Niveau. Die Jahre 2015, 2016 und 2017 waren seitdem die wärmsten. In Österreich ist es heute sogar schon um fast zwei Grad wärmer als 1880.

Eine wesentliche Rolle spielt dabei das Treibhausgas CO2, das die Wärmestrahlung aufnimmt, die von der Erdoberfläche und der Atmosphäre abgestrahlt wird. Ozeane absorbieren etwa ein Drittel des CO2, das Menschen durch das Verheizen fossiler Brennstoffe erzeugen. Die Aufnahmefähigkeit der Ozeane ist jedoch begrenzt - und am Limit. Beim Auftauen des Permafrostbodens wird zudem Methan frei: ein sehr starkes Treibhausgas.

Es ist ein Teufelskreis. Aktuell steigen die Emissionen stetig an. Lagen sie 1990 noch bei etwa 38 Gigatonnen CO2-Äquivalenten (inklusive der Treibhausgase in verschiedenen Landnutzungskategorien sowie der Kohlenstoffbindung in Holzprodukten), so sind es heute rund 55 Gigatonnen, so die PBL Netherlands Environmental Assessment Agency.