Ab 2025 dürfen innerhalb der EU keine Förderungen mehr an Kohlekraftwerke vergeben werden. Länder wie Deutschland, der Slowakei und Großbritannien haben bereits den Kohleausstieg beschlossen. Spätestens 2038 soll in Deutschland keine Braunkohle mehr abgebaut werden.

Mittlerweile investieren alle EU-Länder in den Ausbau erneuerbarer Energiequellen. Erst am Mittwoch haben Vertreter der Visegrad-Staaten Tschechien, Slowakei, Polen und Ungarn mit Österreich eine Energiewendepartnerschaft in Prag abgeschlossen. Das Ziel ist der stärkere Ausbau von sauberer Energie. Während sich mittlerweile fast alle EU-Staaten beim Thema erneuerbare Energie einig sind, scheint ein EU-weiter Atomausstieg in weiter Ferne. Länder wie Frankreich, aber auch die zentral- und osteuropäischen Staaten setzen weiter auf Atomkraft.

Und selbst die Wirtschaft springt bereits auf den Zug gegen die Klimakrise auf. Weltweit haben sich 550 Unternehmen der "Science Based Targets"-Initiative von Umweltschutzorganisationen wie CDP, UN Global Compact, World Resources Institute und dem WWF angeschlossen - sieben davon kommen aus Österreich. Zu diesen zählen zum Beispiel der Verbund, die Post AG und die Austria Glas Recycling, globale Unternehmen sind Coca Cola, Procter & Gamble oder Sony. Sie haben sich dazu bekannt, nach konkreten Gegenmaßnahmen im Sinne des Klimaschutzes zu suchen, die maßgeschneidert zum Unternehmen passen.

Parteien setzt auf Klimakarte

Das Thema Klimaschutz ist auch im heimischen EU-Wahlkampf prominent und verhilft gerade den aus dem Nationalrat geflogenen Grünen zu einem kräftigen Lebenszeichen. In Umfragen liegen diese derzeit bei gut zehn Prozent. Umweltschutz ist das Kernthema der Grünen. Spitzenkandidat Werner Kogler attestierte kürzlich seiner Partei ein neuerliches Erstarken im EU-Wahlkampf ob der Dringlichkeit des Themas.

Aber auch die SPÖ setzt diesmal stärker auf die Klimakarte. Der von der Sozialistischen Jugend ausgearbeitete "New Green Deal" für die EU findet sich prominent im EU-Wahlkampf der SPÖ wieder. Die wirtschaftsaffinen Neos sehen im Wahlkampf ebenfalls keinen Widerspruch zwischen Klimapolitik und Wirtschaftswachstum. Spitzenkandidatin Claudia Gamon sprach sich wiederholt für eine CO2-Steuer aus, die wiederum budgetär den Faktor Arbeit weiter entlasten soll. Einzig die Regierungsparteien ÖVP und FPÖ zeigen sich verhaltener. Im EU-Wahlkampf der ÖVP findet sich der Umweltschutz, wenn auch nicht an oberster Stelle, zumindest im Wahlprogramm. Die FPÖ bedient die Klimawandel-Skeptiker: Sie ist als einzige gegen das Pariser Klimaabkommen. Vizekanzler Heinz-Christian Strache hat auch wiederholt bezweifelt, dass der Klimawandel menschengemacht sei.

Schreiten die Veränderungen des Klimas dennoch voran, und sei es auch in einem geringeren Ausmaß als ohne Maßnahmen zum Klimaschutz, so muss der Mensch das tun, was aus evolutionsbiologischer Sicht schon immer einen klaren Vorteil brachte: sich anpassen, um zu überleben.