Politischer Erfolg mit Kurs gegen Asylwerber

Inhaltlich und im Auftreten setzte Strache das seinerzeitige Erfolgsmodell Haiders fort: mit populistischer Grundhaltung und scharfen Sprüngen gegen das das rot-schwarze politische Establishment. Alles war darauf ausgerichtet, ganz im Sinne des Stammtisches gegen "die da oben" vor allem Protestwähler hinter der FPÖ zu scharen. Und wie zu Haiders Zeiten verkörperte Strache die FPÖ praktisch allein nach außen, mit Herbert Kickl als treuem FPÖ-Generalsekretär im Hintergrund, der in der türkis-blauen Regierung für seine Treue mit dem Amt des Innenministers belohnt wurde.

Das Nein zur Zuwanderung, vor allem aus muslimischen Ländern, gehörte seit 2005 zum Standard-Repertoire der FPÖ-Politik und der (Bierzelt)-Reden ihres Bundesparteiobmanns. Nach dem Massenandrang von Flüchtlingen ab dem Sommer 2015 und knapp 90.000 Asylanträgen in Österreich fanden teils die teils verhetzenden Sprüche gegen Asylwerber bei immer breiteren Schichten Gehör. Die streitenden Regierungsparteien SPÖ und ÖVP trugen das Ihre dazu bei, noch mehr Österreicher zu den Freiheitlichen zu treiben.

Probleme wegen Kontakten zur Rechtsextremen

Das Abgrenzung nach rechts und zu rechtsextremen Kreisen von FPÖ-Funktionären machten der Parteispitze seit jeher immer wieder zu schaffen, seit der blauen Regierungsbeteiligung im Dezember 2017 umso mehr, weil rassistisch-hetzerische Umtriebe und das Verhalten der FPÖ-Spitze dem gegenüber nunmehr auch im Ausland besonders beäugt wurden.

Seit heuer im April auch Kontakte zur rechtsextremen Gruppierung der Identitären publik geworden sein, war Strache ständig damit beschäftigt, nicht völlig vom Strudel dieser Diskussion verschlungen zu werden. Erst diese Woche drohte der aus der Haft entlassene Rechtsextreme Gottfried Küssel mit brisanten Informationen, es habe in der Vergangenheit "lustige Auftritte" Straches gegeben. Dieser distanzierte aber, er habe mit Küssel nichts zu tun.

Aber auch die Russland-Kontakte und das Lobbying der FPÖ für Russland sind in Österreich und auch im Ausland seit längerem mit Argusaugen und von Geheimdiensten verfolgt worden. Das war spätestens seit einem Kooperationsvertrag mit der Kreml-Partei "Einiges Russland" 2016 so. Jetzt ist der FPÖ-Chef über ein Video gestürzt, dass ihn beim "machohaften" Parieren mit einer – fiktiven – Nichte eines russischen Oligarchen zeigt. Und die FPÖ steht, wie damals im Jahr 2002, als Regierungspartei vor großen Trümmern.