Wien. (sir) Drei bundesweite Wahlen innerhalb von drei Jahren ist für die Parteifinanzen Gift. Und nun steht bereits die vierte ins Haus, wenn nach dem Scheitern von Türkis-Blau im Herbst erneut gewählt werden wird. Doch für eine Partei ist, trotz aller finanziellen Schwierigkeiten, diese Entscheidung ein Segen: die Grünen.

Im Herbst 2017 waren die Grünen aus dem Nationalrat geflogen, dafür die Liste des abtrünnigen Urgesteins Peter Pilz eingezogen. Seither hatte die Umweltpartei zwar vereinzelte Erfolge verzeichnen können, etwa die Eroberung des Bürgermeistersessels in Innsbruck, doch die landesweiten Umfragen zeigten, dass es sich 2017 nicht bloß um ein kollektives wahlstrategisches Fehlverhalten der Stammwählerschaft handelte.

Grüne holten in Umfragen auf

Doch gerade in den vergangenen Wochen hatten die Grünen wieder Aufwind erhalten. Vielleicht, weil der Klimawandel zuletzt doch zu einem stärkeren Thema wurde: die extreme Hitze und Trockenheit im Vorjahr, der Klimagipfel in Katowice, das Engagement der Schülerinnen und Schüler in ihren Freitags-Demos, die extremen Schneemengen im Winter und die warmen, trockenen Monate März und April.

In Umfragen für die EU-Wahl haben die Grünen zuletzt zulegen können. Nicht im Vergleich zu 2014, als die Grünen mit 14,5 Prozent ihr bestes Ergebnis in ihrer Geschichte einfuhren, aber am 26. Mai doch wieder zweistellig zu werden ist nicht gänzlich ausgeschlossen. Wenn nun im Herbst gewählt wird, dürfen sich die Grünen gute Chancen ausrechnen, wieder in den Nationalrat einzuziehen. Die parlamentarische Auszeit, die fünf Jahre hätte dauern können, dürfte sich nun auf zwei Jahre reduzieren.

Sollte es zu Neuwahlen kommen, werde man auf die Themen Ökologie, saubere Umwelt, aber auch saubere Politik setzen, sagte Werner Kogler der APA. Grundsätzlich gelte hier dasselbe Motto wie bei der EU-Wahl - nämlich, mit geringem Mitteleinsatz und viel Herzblut zu kämpfen. Ob er selbst bei der Nationalratswahl kandidieren würde, wollte Kogler nicht sagen.