Wien/Eisenstadt. Die Ibiza-Affäre um die FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus zieht weite Kreise. Nun wählt auch das Burgenland vorzeitig. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) kündigte Sonntag Nachmittag vor der Bundespräsidiumssitzung der Sozialdemokraten an, dass nicht erst im Mai 2020 zu den Urnen gegangen werde. Den genauen Termin der Neuwahl will er morgen, Montag, nach einem rot-blauen Koalitionsausschuss nennen.

Keine vorgezogenen Wahlen strebt hingegen Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) an. Ebenfalls vor dem Bundesparteipräsidium erkärte er: "Wien ist der Hort der Stabilität, ganz im Gegensatz zur Bundesregierung."

ÖVP: "Rot-Blau im Burgenland ist gescheitert"

Die ÖVP Burgenland bekräftigte bereits am Sonntagvormittag ihre Unterstützung für die Entscheidung von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), die Koalition mit der FPÖ im Bund zu beenden. "Der Gang in die Neuwahl ist aus meiner Sicht der einzig richtige", sagte Landesparteiobmann Thomas Steiner in Eisenstadt. Auf Landesebene will die ÖVP mittels Sonderlandtagen nun ebenfalls einen vorgezogenen Urnengang beantragen.

"Rot-Blau im Burgenland ist gescheitert, nicht nur inhaltlich, sondern auch politisch", stellte Steiner nach einer Sitzung des Landesparteivorstandes fest. Die ÖVP werde im Landtag "die Forderung einbringen, dass eine Neuwahl auch im Burgenland durchzuführen ist und zwar am gleichen Tag wie die Nationalratswahl." Im Landesparteivorstand wurde Steiner außerdem einstimmig zum Spitzenkandidaten für die nächste Landtagswahl gekürt.

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) habe die FPÖ Burgenland am Sonntag "mehr oder weniger mit Glacéhandschuhen angefasst" und zaudere bei den Konsequenzen, so Steiner: "Ich glaube, dass dieses Zaudern und Zögern des Landeshauptmannes darin begründet ist, dass er diese rot-blaue Option auch für nach der Landtagswahl sich offen halten möchte." Für die ÖVP scheide die FPÖ als Partner aus.