Wien. Nach dem Koalitionsende zwischen ÖVP und FPÖ stehen am Montag Entscheidungen an, wie es bis zur Neuwahl des Nationalrats im September weitergehen soll. Die FPÖ hält an ihrem Innenminister Herbert Kickl fest und stellt einen kollektiven Rückzug ihrer Regierungsmitglieder in Aussicht, sollte dieser abberufen werden. Die ÖVP tritt zu einem Parteivorstand zusammen, um weitere Schritte zu besprechen.

Kickls Rückzug soll Bedingung für die Weiterführung der Koalition gewesen sein. Insidern zufolge, habe man versucht, der FPÖ klar zu machen, dass das Strache-Video Ermittlungen und Aufklärung erforderlich mache. Und dass Justiz und Polizei unabhängig ermitteln müssten. Kurz sagt dazu zur Tageszeitung  Kurier: "Klar ist, dass Herbert Kickl nicht gegen sich selbst ermitteln kann."

Kickl stellt sich am Vormittag erstmals seit Ausbruch der Regierungskrise der Öffentlichkeit; gemeinsam mit Norbert Hofer, dem designierten Nachfolger von Parteichef Heinz-Christian Strache. Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen wird aktiv. Er beginnt seine Konsultationsrunde mit den Parteichefs. Die Opposition fordert den Abtritt der blauen Regierungsmitglieder.

Die Wiener FPÖ wird zu einer Vorstandssitzung zusammenkommen, um über die Nachfolge von Strache als Wiener Parteichef zu beraten.