Wien. Der Klubobmann der FPÖ im Wiener Rathaus, Anton - meist Toni genannt - Mahdalik, wird in der Causa Strache nun ebenfalls mit Rücktrittsaufforderungen konfrontiert. Er hat am 4. September 2017 eine Presseaussendung veröffentlicht, in der Strabag-Miteigentümer Hans Peter Haselsteiner aufgefordert wird, sein "Polit-Netzwerk" offenzulegen. Aber auch Stimmen für einen Strache-Verbleib wurden laut.

Die "politischen Seilschaften Haselsteiners" müssten "noch vor den Wahlen" transparent gemacht werden, hatte Mahdalik vor den damaligen Nationalratswahlen verlangt. Vorwürfe, dies sei eine Geste des guten Willens gegen die vermeintliche russische Oligarchin gewesen, hat Mahdalik bereits am Sonntag zurückgewiesen. Der nunmehrige Klubchef war zu jener Zeit nicht amtsführender Stadtrat.

Für Aufsehen sorgte nicht zuletzt das Autorenkürzel der OTS-Meldung: "wer/zah/lts/chaf/ft/an". Mahdalik betonte, dass er derart humorige Botschaften immer wieder in Aussendungen platziert habe. Tatsächlich finden sich Schlusszeilen wie "bun/ny", "häu/sl", "hu/gh", "pro/st", "lu/dw/ig" oder auch "oe/km" in der Datenbank. Mahdaliks reguläres Kürzel ist "otni".

Wiener FPÖ tagt

Nach Ansicht der NEOS führen die Skandale um die FPÖ-Spitze direkt zur Wiener FPÖ. Für Klubobmann Christoph Wiederkehr ist Mahdalik rücktrittsreif, wie er in einer Aussendung betonte. Er forderte auch eine externe Kommission, die die Parteifinanzen der Wiener FPÖ "unter die Lupe" nimmt. Auch Grün-Gemeinderat Peter Kraus legte Mahdalik den Rücktritt nahe.

Wie es in der FPÖ weitergeht, ist unterdessen noch offen. Für den heutigen Montag ist eine Vorstandssitzung anberaumt. Man werde über die Ergebnisse zeitgerecht informieren, hieß es in einer Aussendung. Dem Vernehmen nach findet die Sitzung in den Abendstunden statt. Unklar ist auch noch, ob dort bereits eine Entscheidung über die Neubesetzung der Wiener Parteispitze fällt.

Nötig ist eine solche jedenfalls: Parteichef Heinz-Christian Strache und der geschäftsführende Wiener Obmann Johann Gudenus haben ja alle politischen Ämter zurückgelegt. Interimistisch führt derzeit die stellvertretende Obfrau Veronika Matiasek die Wiener Landesgruppe. Als möglicher neuer Parteichef wird der nicht amtsführende Vizekanzler Dominik Nepp gehandelt.

Straches Zukunft in Wien

Allerdings gibt es bereits Stimmen, die den Verbleib Straches an der Wiener Parteispitze fordern. So hat sich der Obmann der Freiheitlichen Wirtschaft Wien, Karl Baron, am Montag dafür stark gemacht. "HC Strache ist es zu verdanken, es ist sein Verdienst, dass die FPÖ-Wien zur zweitstärksten politischen Kraft geworden ist", begründete dieser in einer Aussendung seinen Vorstoß.

Strache hat am Wochenende seinen Hut genommen, nachdem das in Ibiza aufgenommene Video publik geworden war. Der FPÖ-Chef war 2017 heimlich gefilmt worden, als er einer vermeintlichen russischen Oligarchin Aufträge in Aussicht stellte. Auch über angebliche Großspenden an die Partei wurde gesprochen. Die Übernahme der "Krone" war ebenfalls Thema, Journalisten wurden von Strache zudem als die "größten Huren auf dem Planeten" bezeichnet.