Wien. "Ja, es gibt ein paar sehr Vermögende. Die zahlen zwischen 500.000 und eineinhalb bis zwei Millionen. Die zahlen aber nicht an die Partei, sondern an einen gemeinnützigen Verein. Das musst Du erklären: Verein. Du musst erklären, dass das nicht an den Rechnungshof geht." Diese Sätze sagt der nunmehrige Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache in dem seit Freitag bekannten "Ibiza-Video" zur vermeintlichen Nichte eines russischen Oligarchen. Der ebenfalls anwesende, bereits aus der Partei ausgetretene Ex-Klubchef Johann Gudenus übersetzt ins Russische, wie verdeckte Parteispenden an die FPÖ geschleust werden könnten.

Unter Verdacht geriet dabei der Verein "Austria in Motion". Zum einen deshalb, weil laut "ZiB 2" vom Sonntag ein Unternehmer, der anonym bleiben wollte, berichtet hat, dass ihn Strache und der damalige Generalsekretär Herbert Kickl (FPÖ) gebeten hätten, für "Austria in Motion" zu spenden. Zum anderen decken sich die in den Vereinsstatuten verankerten Positionen über weite Strecken mit jenen der FPÖ (zum Beispiel die Aufklärung über EU-Fehlentwicklungen).

Alexander Landbauer war Kassier des Vereins

Als Kassier von "Austria in Motion" fungierte zudem der FPÖ-Nationalratsabgeordnete Markus Tschank. Heute ist er FPÖ-Finanzreferent. Als weiterer Kassier (bestellt bis 10. Mai 2019) wird der Wiener Anwalt Peter Skolek angeführt, der 2017 bis 2018 Schriftführer der schlagenden Verbindung Vandalia war – jene Verbindung, der auch Gudenus angehört. Ebenfalls als Kassier scheint Alexander Landbauer auf, der Bruder des FPÖ-NÖ-Parteichefs Udo Landbauer. Nach der "Liederbuch-Affäre" rund um die Burschenschaft Germania, die mit ihrem Liederbuch mit rassistischen und NS-verherrlichenden Liedertexten für einen politischen Skandal sorgte, trat Udo Landbauer interimistisch zurück. Mittlerweile kehrte er nach Einstellung der Ermittlungen in die Politik zurück. Ein Auflösungsverfahren gegen die Germania wurde heuer eingestellt.

Der Obmann des Vereins "Austria in Motion", Unternehmer Markus Braun, dementierte, Spenden an die FPÖ weitergeleitet zu haben. Er habe keine Zuschüsse von den im "Ibiza-Video" genannten Personen wie dem Waffenfabrikanten Gaston Glock oder dem Investor René Benko oder deren Gesellschaften erhalten, sagte er. Die FPÖ wies den Vorwurf, Spenden vom Verein bekommen zu haben, ebenfalls zurück.