Madrid/Wien. Mit Wanzen und sechs Videokameras war die Finca in San Rafael auf Ibiza präpariert. Der ehemalige Vizekanzler Heinz-Christian Strache betont, dass mit der geheimen Bild- und Tonaufzeichnung "mehrfach strafgesetzliche Vorschriften verletzt worden sind und dagegen verstoßen wurde". Zumindest aus spanischer Sicht trifft diese Anschuldigung nicht zu.

Zunächst gilt, dass es auch in Spanien und auf Ibiza das Recht auf Privatsphäre und auf das eigene Bild gibt. Somit kann gegen die Aufnahme juristisch vorgegangen werden. Allerdings gilt in solchen Fällen nur eine zivilrechtliche und keine strafrechtliche Verfolgung, wie der spanische Verfassungsgerichtshof kürzlich entschieden hat. Strache könnte also die Person, die dahintersteckt, durchaus klagen. Der Klage wird allerdings nach Meinung spanischer Rechtsexperten kein Erfolg beschieden sein: Denn das Problem, weshalb ihm wohl kein Recht zugesprochen werden wird, ist Strache selbst.

Die Ominöse Villa, Yachten in der Marina und Party am Strand. - © Iconic/GC Images
Die Ominöse Villa, Yachten in der Marina und Party am Strand. - © Iconic/GC Images

Denn am 24. Juli 2017, als die Videoaufnahmen entstanden, war Strache bereits langjähriger Nationalratsabgeordneter und somit ganz klar eine Person von öffentlichem Interesse. Die Professorin für Verfassungsrecht an der Universidad Rey Juan Carlos in Madrid, Maria Merino Noverto, sagt gegenüber der "Wiener Zeitung", auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte würde deshalb klar die Informationsfreiheit als vorrangig sehen.

Das Interesse an der Villa, in die Strache und Gudenus von der vermeintlichen Nichte des russischen Oligarchen und Putin-Freundes Igor Makarow eingeladen wurden, ist seit dem Bekanntwerden des Skandals naturgemäß rege. So schickte die "Kronen-Zeitung" eine Reporterin zum Lokalaugenschein in die Villa, die um etwas über 1000 Euro pro Nacht zu mieten ist und zwischen San Rafael und der Briten-Touristen-Hochburg San Antonio liegt. In der Finca wurde an dem feucht-fröhlichen Abend Champagner und gläserweise Vodka-Red Bull getrunken. "I’m the Red Bull brother from Austria", witzelte Strache an einer Stelle.

- © UIG via Getty Images
© UIG via Getty Images

In dem Video ist auch immer wieder von Restaurants und Clubs die Rede, Heinz-Christian Strache ist mit der Insel bestens vertraut, seit Jahren ist er immer wieder hier. Der ehemalige FPÖ-Abgeordnete Andreas Mölzer berichtet der "Wiener Zeitung", dass "Strache mit seiner Familie und wechselnden Freunden regelmäßig auf der Baleareninsel war".

Legendäre Clubs