Die Freizügigkeitsregelung innerhalb der EU führte dazu, dass sich die Struktur der ausländischen Bevölkerung stark veränderte. Erstmals überhaupt hat mehr als die Hälfte der ausländischen Staatsbürger in Österreich einen EU-Pass, insgesamt wohnten Anfang Jänner 730.209 Personen aus einem anderen EU-Mitgliedstaat in Österreich.

Während sich die Zahl der hier lebenden Personen aus den früheren Gastarbeiter-Ländern Türkei und Serbien (bzw. Ex-Jugoslawien) relativ stabil hält, hat der EU-Beitritt Kroatiens im Jahr 2013 zu einem Anstieg der Zuwanderung geführt - allerdings nicht sonderlich rasant, sondern um rund 3000 Personen jedes Jahr. Österreich hat allerdings von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, den Arbeitsmarkt vorerst nicht für Kroaten zu öffnen, dies wird erst im kommenden Jahr der Fall sein.

Bei der Zuwanderung aus Drittstaaten hat es naturgemäß einen großen Ausschlag nach oben in den Jahren 2015/16 durch die Fluchtkrise gegeben, die rückläufigen Zahlen bei Asylanträgen schlagen sich nun auch in der Bevölkerungsstatistik nieder. Bemerkenswert ist, dass es ein absolutes Minus bei Personen aus Afrika gab - zum erst zweiten Mal seit 2002. Und auch die Zahl der in Österreich wohnhaften Afghanen ist im Vorjahr um 1304 Personen gesunken.

Mit der Zunahme von Abschiebungen habe das aber wenig zu tun, sagt Gächter. Laut Daten des Innenministeriums ist die Zahl der Abschiebungen zwar von 3150 Personen auf 4661 angestiegen, doch dies betrifft alle Nationalitäten. "Viele Afghanen ziehen einfach weiter, nach Deutschland oder in ein englischsprachiges Land", sagt Gächter.

Murau verliert 1 Prozent

Auf regionaler Ebene verzeichneten die westlichen Bundesländer bis auf wenige Ausnahmen ein flächendeckendes Bevölkerungswachstum. In der Osthälfte Österreichs konzentrierte sich das Plus auf den Ballungsraum Wien sowie die Hauptverkehrsachsen Niederösterreichs und das Nordburgenland. Der Schwund betrifft die Peripherie: das gesamte Waldviertel, die Obersteiermark, das Mittel- und Südburgenland sowie weite Teile Kärntens und Osttirol und die meisten alpinen Regionen Niederösterreichs.

Bricht man das noch weiter herunter, so verzeichneten 62 politische Bezirke Zuwächse, der am höchsten in Bruck an der Leitha (plus 1,56 Prozent) im Osten von Wien, Wels-Land (plus 1,38 Prozent), Linz-Land (1,16 Prozent mehr). In 32 Bezirken gab es einen Rückgang: Die deutlichsten Rückgänge gab es in Murau (minus 0,93 Prozent), Gmünd (0,68 Prozent Rückgang) und Sankt Veit an der Glan (minus 0,67 Prozent).