Wien. (pech) Als prononciert proeuropäische Kraft hatte man es nicht leicht bei der EU-Wahl am Sonntag. Die Neos mit Claudia Gamon als Spitzenkandidatin haben als einzige Partei in Österreich ohne Wenn und Aber für die Union geworben und streben sogar "Vereinigte Staaten von Europa" an. Aber sind die Europäer oder die Österreicher für so viel Integration schon bereit? Die Neos haben jedenfalls auf nationaler Ebene ihr bestes Ergebnis seit ihrem ersten Antreten bei der Nationalratswahl 2013 (4,96 Prozent) eingefahren.

Damals stand Parteigründer Matthias Strolz an der Spitze, seit Juni 2018 hat Beate Meinl-Reisinger den Parteivorsitz. Sie fährt im Nationalrat eine konsequente Oppositionspolitik, will aber am Montag den Misstrauensantrag gegen Bundeskanzler Sebastian Kurz nicht mittragen. Aber das gilt nicht für alle Zukunft. Denn sie sei "die Erste, die einen Misstrauensantrag stellt, wenn er (Kurz, Anm.) weiter nur Wahlkampfreden hält ohne Substanz", stellte Meinl-Reisinger klar.

Am Sonntag wurde aber erst einmal Party in der Neos-Wahlzentrale in Wien-Neubau gemacht. "Wir werden diesen Schwung mitnehmen", versprach Claudia Gamon - ob sie das für das EU-Parlament, in das sie als einzige Pinke einziehen wird, oder für den Nationalratswahlkampf meinte, blieb offen.•