Wien. Im Zusammenhang mit dem Ibiza-Video, das die vormaligen FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus in die Bredouille gebracht hat, hat die Staatsanwaltschaft Wien Ermittlungen aufgenommen. In Bezug auf die Erstellung des Videos werde "in mehrere Richtungen ermittelt", so Behördensprecherin Nina Bussek am Montag in einer Aussendung. Aus "ermittlungstaktischen Gründen" war diese zu keinen weiteren Auskünften bereit.

Unterdessen berichtet "Die Presse" online, dass der Wiener Anwalt M., der in das Zustandekommen des Videos involviert gewesen sein soll, zwei Jahre lang einen Abnehmer gesucht habe, bis er diesen schließlich 2019 gefunden hat. "Die Presse" berichtet weiters, dass der Anwalt das Video über einen Mittelsmann bereits 2017 dem Bauunternehmer Hans Peter Haselsteiner angeboten hatte. Haselsteiner wird in dem Video insofern erwähnt, als Strache androhte, diesem sämtliche öffentliche Aufträge zu entziehen. Haselsteiner habe abgelehnt.

Bezahlung in Krügerrand-Goldmünzen

Unterdessen bringen die zahlreichen Recherchen allmählich Licht in die Sache. Während nämlich im Nationalratswahlkampf 2017 kein größeres Interesse an dem Video gezeigt worden war, soll heuer ein deutscher Verein den Herstellern des Ibiza-Videos das Material um 600.000 Euro abgekauft haben. Das berichtet die "Kronen Zeitung" (Montag-Ausgabe). Demnach soll das Video, das in weiterer Folge vom "Spiegel" und der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) veröffentlicht wurde, in Krügerrand-Goldmünzen bezahlt worden sein.

Laut "Krone" waren vier Personen - ein Wiener Anwalt, ein Detektiv und zwei Sicherheitsexperten - für die Videoproduktion verantwortlich. Ihr kolportiertes Motiv: persönliche Rache und Abneigung gegen die freiheitliche Politik. Ein Leibwächter des Anwalts soll Details über Straches Privatleben gekannt haben, auf Basis dessen wurde dann angeblich ein Lockvogel für den FPÖ-Chef gecastet. Bei dieser - der vorgeblichen Nichte eines russischen Oligarchen - soll es sich um eine mehrsprachige bosnische Agrarwissenschaften-Studentin handeln.

Das "Zentrum für politische Schönheit" - ein deutscher Verein, der sich der politischen Aktionskunst verschrieben hat und der als möglicher Auftraggeber des Ibiza-Videos vermutet wurde - wies am Montag über Twitter jedwede Beteiligung zurück.