Für die Fortführung der Amtsgeschäfte wurden die bisherigen Regierungsmitglieder nach der formalen Enthebung neuerlich angelobt. Angeführt wurde die Regierungsmannschaft von Hartwig Löger, Kurz war bei der Zeremonie in der Hofburg nicht zugegen.

Da Löger die Funktion des Vizekanzlers nach dem Rücktritt von Heinz-Christian Strache (FPÖ) übernommen hat und nun zum provisorischen Kanzler ernannt wurde, hat Österreich derzeit keinen Vizekanzler. Das stellte die Präsidentschaftskanzlei am Dienstag auf Anfrage der APA klar. Laut Artikel 71 der Bundesverfassung braucht es auch keinen Vizekanzler.

Geeigneter Nachfolger gesucht

Nun muss das Staatsoberhaupt einen geeigneten Regierungschef finden, der die Geschicke bis zur Neuwahl im September leitet. Die Ernennung einer neuen Regierung - also der jeweiligen Minister - ist nur über Vorschlag des neuen Bundeskanzlers möglich. Das Kabinett kann aus Spitzenbeamten und Experten bestehen. Der Bundespräsident spricht sich dabei auch mit den Chefs aller Parteien ab.

Jene Persönlichkeit, die dann als Regierungschef das Land bis zur Wahl führen wird, möchte das Staatsoberhaupt wenn möglich noch diese Woche finden. Namen nannte Van der Bellen nicht, die Rede war zuletzt etwa vom ehemaligen VfGH-Präsidenten Gerhart Holzinger. Auch die Namen von Ex-Bundespräsident Heinz Fischer und dem ehemaligen EU-Kommissar Franz Fischler tauchten auf.

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Löger zuversichtlich

Der frisch gebackene Übergangs-Bundeskanzler Hartwig Löger reist mit Zuversicht zum EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs nach Brüssel. Er habe schon Kontakte zu seinen europäischen Kollegen. Auf Ministerebene habe er gute Verbindungen, und daran könne er gut anknüpfen, sagte der Finanzminister unmittelbar nach seiner Angelobung als Übergangs-Kanzler vor Journalisten in der Hofburg.

Seine neue Aufgabe gehe er genau so positiv wie seine bisherige, sagte Löger. Er freue sich, die Verantwortung zu übernehmen. (apa, rei)