Wien. Seit 1987 findet der Weltnichtrauchertag jährlich am 31. Mai statt. Ins Leben gerufen wurde er von der Weltgesundheitsorganisation. Der diesjährige Weltnichtrauchertag steht unter dem Schwerpunkt "Tabakkonsum und Lungengesundheit", schreibt die Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger in einer Aussendung.

Rauchen stellt heute das bedeutendste Gesundheitsrisiko für Atemwegs-, Herz-Kreislauf-, sowie Krebserkrankungen dar und ist die wichtigste vermeidbare Ursache von vorzeitigem Tod. Laut den Berechnungen des Instituts für Höhere Studien (IHS) sind jährlich rund 12.840 Todesfälle ursächlich auf das Rauchen zurückzuführen. Das entspricht einem Toten alle 41 Minuten. Etwa 230 dieser Todesfälle sind dabei auf Passivrauchen zurückzuführen.

Mehr Raucher als OECD-Schnitt

Wie die OECD in ihrem Ländervergleich feststellt, raucht fast ein Viertel (24%) der erwachsenen Bevölkerung Österreichs regelmäßig. Ein Wert, der über dem EU-Durchschnitt von 21% liegt. Im Gegensatz zu vielen anderen EU-Mitgliedstaaten, wo sich die Raucherquote seit 2000 deutlich reduziert hat, ist der Anteil der täglichen Raucher in Österreich auf dem gleichen Niveau wie 1997. Biach: "Hier besteht also gesundheitspolitisch großer Handlungsbedarf, die Menschen auf dem Weg zum Nichtrauchen zu unterstützen sowie Maßnahmen zu setzen, den Einstieg ins Rauchen überhaupt zu verhindern".

Bereits am Dienstag forderte die Österreichische Schutzgemeinschaft für Nichtraucher ein Rauchverbot im Freien. Tabakrauch löse sich im Freien weder rasch auf noch verdünne er sich gravierend. Messungen hätten vielmehr ergeben, dass die Luftbelastung durch Tabakrauch auch noch im Abstand von 25 Metern zur Rauchquelle Feinstaubkonzentrationen aufweise, die um ein Vielfaches über den Werten für tabakrauchfreie Luft liege, meinte Robert Rockenbauer, der Bundesleiter der Schutzgemeinschaft. Und weiter: "Losrauchen ohne nachzudenken, wohin die Giftwolken ziehen, sollte der Vergangenheit angehören."

Neue Vorstöße im Parlament, ÖVP bremst

Nach dem Ende der FPÖ-Regierungsbeteiligung und der Abwahl der ÖVP-geführten Bundesregierung am Montag haben die NEOS und die Liste JETZT neue Initiativen gesetzt, um dem ausgehebelten Rauchverbot in der Gastronomie doch noch zur Geltung zu verhelfen. Beide Fraktionen brachten im Nationalrat entsprechende Anträge ein. Von der ÖVP kam allerdings umgehend Ablehnung.

Die Anträge der beiden Fraktionen, die dem Gesundheitsausschuss zugewiesen wurden, sehen jeweils die Streichung jener Passagen im Tabak- und Nichtraucherschutzgesetz vor, mit denen das Rauchen in bestimmten Bereichen wieder erlaubt worden war. Argumentiert wird mit dem "gesundheitspolitischen Rückschritt" der Raucherlaubnis und dem Erfolg des "Don't Smoke"-Volksbegehrens. SPÖ-Vizeklubchef Jörg Leichtfried signalisierte am Dienstag im ORF-Radio Unterstützung.

Ausreichen wird das allerdings wohl nicht, denn die Raucherlaubnis war ein Kernanliegen der FPÖ, und die ÖVP macht trotz des Endes der Koalition keine Anstalten, die Aufhebung des Verbots wieder zu kippen.

Ursprünglich hätte das absolute Rauchverbot in Österreichs Gastronomie ab Mai 2018 gelten sollen. Mit dem Eintritt der Freiheitlichen in die Regierung war es damit aber vorbei, die türkis-blaue Koalition hob die unter der Vorgängerregierung beschlossene Regelung wieder auf. (apa, red)