"Eingeschränkt Taugliche" wären allerdings auch nicht für das ÖRK die perfekte Lösung, sagte Opriesnig, weil eben nur eingeschränkt einsetzbar. "Im Rettungsdienst könnten sie vermutlich nicht im Einsatz sein, weil das psychisch und physisch anstrengend ist", so Opriesnig.

Schon im Herbst des Vorjahres hatte sich Edtstadler für eine Reduktion der aktuell rund 1700 Trägerorganisationen ausgesprochen, bei denen Zivildiener arbeiten. Im November wurde eine Zivildienstgesetzesnovelle beschlossen: Die Anerkennung einer Organisation als Träger wird demnach widerrufen, wenn diese drei Jahre keinen Zivildiener angefordert hat. Das hält auch Opriesnig für sinnvoll. "Es wird aber noch Jahre dauern, bis sich das auswirkt."

ÖRK für Haftpflichtversicherung

Den Mangel an Zivildienern werde man nicht einmal mit einer Steigerung der Anzahl an Freiwilligen kompensieren können - nur abfedern, so Opriesnig. Um Freiwillige zu stärken, fordert das ÖRK, dass zum Beispiel freiwillig erworbene Kenntnisse wie die Sanitätsausbildung für das Studium angerechnet werden können. An der Uni Linz ist das bereits der Fall. Außerdem soll es zusätzlich zur existierenden Unfallversicherung eine Haftpflichtversicherung für Menschen im Rettungseinsatz geben.

Die Bundesjugendvertretung (BJV) sieht das Problem in der geringen Wertschätzung der Freiwilligenarbeit begründet. Denn im Unterschied zu Deutschland, wo es in allen Bundesländern bis auf zwei eine gesetzlich verankerte Freistellungsmöglichkeit für freiwillig engagierte Arbeitnehmer gibt, besteht in Österreich dieser Rechtsanspruch nicht. Die BJV fordert daher, dass der Anspruch auf eine Sonderfreistellung von bis zu fünf Arbeitstagen (im Idealfall mit Lohnfortzahlung) für Arbeitnehmer, die sich freiwillig engagieren, im Bundesgesetz zur Förderung von freiwilligem Engagement (FreiwG) gesetzlich verankert wird.