Salzburg. Die SPÖ kämpft weiter mit der Personaldebatte um Parteichefin Pamela Rendi-Wagner. Nachdem erst am Mittwoch Medienmanager Gerhard Zeiler dementieren ließ, Gespräche über den SPÖ-Vorsitz zu führen, wies Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda am Donnerstag alle Gerüchte als "haltlos" zurück. Am Donnerstagnachmittag war jedenfalls ein weiteres Treffen von SPÖ-Parteigranden in Wien angesetzt, es führte zu keinen personellen Änderungen in der Partei.

"Es bleibt alles, wie es ist", erklärte Wiens Bürgermeister Michael Ludwig nach dem Treffen im Renner-Institut. Auf die Frage, ob es Änderungen an der Parteispitze gibt, sagte der Chef der Wiener SPÖ: "Nein, selbstverständlich nicht." Auch an der Spitze der Bundesgeschäftsführung wird es keine Veränderungen geben. Man denke eventuell über eine personelle Erweiterung in diesem Bereich nach, so Ludwig. Offizielles Thema ist die Vorbereitung auf die Nationalratswahl. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir einen sehr guten Wahlkampf vorbereiten", sagte Ludwig.

Mail an die Parteifunktionäre

Drozda sah sich angesichts der Spekulationen genötigt, in einem internen Mail an Parteifunktionäre die Gerüchte um eine mögliche Ablöse von Rendi-Wagner an der Parteispitze als "haltlose Spekulationen" zurückzuweisen. "Die Gerüchte und Spekulationen um Gerhard Zeiler entbehren jeglicher Grundlage", schrieb Drozda in dem der APA vorliegenden Mail. Erst am Mittwoch habe der frühere Bundeskanzler Franz Vranitzky Rendi-Wagner in einem persönlichen Gespräch Unterstützung zugesichert.

Zuletzt war kolportiert worden, dass Zeiler zur Übernahme der Parteiführung bereit sei, was sein Sprecher aber klar dementierte. Vranitzky hatte sich vor der Wahl von Christian Kern für Zeiler als Parteichef stark gemacht. "Diese Gerüchte werden vom politischen Gegner bewusst platziert, um uns als Partei zu schaden und von den Ereignissen der letzten Woche abzulenken", schrieb Drozda dazu in seinem E-Mail. "Wir dürfen uns durch solche Zurufe von außen nicht irritieren lassen."

Unruhe in der SPÖ

Freilich herrscht in der Partei dennoch große Unruhe. Bereits am Mittwoch gab es nach Informationen der APA ein Treffen von Partei-Spitzenvertretern in Wien. Dabei ging es dem Vernehmen nach (angesichts der schlechten Umfrageergebnisse für die Sozialdemokraten) um die strategische Aufstellung und Ausrichtung der Partei vor der Nationalratswahl im September. Neben Rendi-Wagner und Drozda selbst soll eine handverlesene Zahl von Spitzenrepräsentanten an dem Treffen teilgenommen haben. Ob es auch konkret um die Frage der Spitzenkandidatur ging, war nicht in Erfahrung zu bringen.