Für bereits im Lager befindliche Sackerl wird es eine Übergangsfrist geben. Nicht vom Verbot betroffen sind sehr leichte Tragetaschen (Obst- oder Knotenbeutel), sofern sie biologisch abbaubar sind und aus mehrheitlich nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. Nicht verboten werden auch Mehrwegtaschen.

"Es gibt keinen Grund, warum wir dieses Verbot nicht jetzt umsetzen sollten. Die Novelle ist fertig verhandelt, sie war in Begutachtung, wir stehen zu dem, was wir vereinbart haben. Deshalb bringen wir dieses Verbot jetzt im Nationalrat ein. Es soll im Juni beschlossen werden und 2020 in Kraft treten", meinte Köstinger, die dem Antrag gemeinsam mit Norbert Hofer eingebracht hat.

Die Ex-Umweltministerin sprach sich auch gegen eine Kostenpflicht von Bio-Sackerln aus. "Es geht darum, die Plastikflut einzudämmen und nicht darum, die Konsumenten zur Kasse zu bitten. Für mich ist entscheidend, dass Wegwerf-Plastiksackerl verboten werden, sowohl die klassischen Einweg-Tragetaschen, als auch die nicht abbaubaren Obstbeutel", sagte Köstinger. Ihr Entwurf sieht vor, dass auch für biologisch abbaubare Taschen mit einer Wandstärke von über 0,01 Millimeter verboten werden.

Umstrittenes König-Abdullah-Zentrum

Im Nationalrat gibt es eine Mehrheit dafür, dass Österreich aus dem umstrittenen König-Abdullah-Zentrum aussteigt. Einer entsprechenden Initiative der Liste JETZT traten am Mittwoch alle Fraktionen außer der ÖVP bei. Inzwischen will jedoch auch die ÖVP das König-Abdullah-Zentrum schließen bzw.
dass Österreich aus diesem aussteigt. Eingebracht wird jedoch ein
eigener Antrag. Dieser macht sich für ein neues Zentrum stark. Dieses
soll unter Obhut der UNO ebenfalls in Österreich angesiedelt sein und
sich dem interreligiösen Dialog widmen.

Das König-Abdullah-Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog (KAICIID) ist in Wien am Schottenring beheimatet und wird großteils von Saudi-Arabien finanziert.

Vom Abgeordneten Peter Pilz vorgebrachter Anlassfall ist die drohende Hinrichtung eines 18-Jährigen in Saudi-Arabien, der wegen Teilnahme an einer Demonstration für Menschenrechte seit fünf Jahren in Haft sitzt. Ihm wird Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen.

In dem vom Nationalrat angenommenen Entschließungsantrag wird Außenminister Alexander Schallenberg nicht nur aufgefordert, mit allen diplomatischen Mitteln für eine Freilassung des jungen Mannes zu kämpfen, vielmehr wird auch ein Ende der Zusammenarbeit mit dem Abdullah-Zentrum verlangt. Konkret sollte Österreich sowohl vom Errichtungs- als auch vom Amtssitzabkommen zurücktreten.