Wien. Die Bundesvereinigung der Milizverbände hat einen offenen Brief an Verteidigungsminister Thomas Starlinger gerichtet. Der Verband begrüße es, dass das Bunderheer-Budget "öffentlich problematisiert" werde, heißt es darin. Man habe seit Jahren auf die nun eingetretenen Entwicklungen hingewiesen, die Standpunkte und Argumente seien aber seitens des Ressorts und von maßgeblichen Entscheidungsträgern "bestenfalls ignoriert" worden, schreibt Michael Schaffer, Präsident der Organisation.

Zum Zeitpunkt der Gründung der Bundesvereinigung der Milizverbände seien noch 180.000 beorderte Milizsoldaten vorhanden gewesen, denen etwa 27.000 Berufssoldaten gegenüberstanden. Der Budgetaufwand für die Miliz sei seinerzeit "aus der Portokasse" bestritten worden. "Im Laufe der Jahre wurde die (kostengünstige und effiziente) Miliz nahezu auf Feigenblattgrößenordnung heruntergefahren, während das teure Berufspersonal nahezu in gleichem Umfang erhalten blieb. Aller Kritik und Warnungen zum Trotz! Nun reicht das Budget gerade noch für den Personalaufwand", so Schaffer.

Das ganze Bundesheer entspreche in seiner Organisationsform längst nicht mehr den verfassungsmäßigen und wehrgesetzlichen Vorgaben. Der Wehrdienst habe mangels verpflichtender Übungen völlig seinen Sinn verloren, und die allgemeine Wehrpflicht werde durch "unverantwortliche Handhabung der Untauglichkeitsbestimmungen durch das Verteidigungsressort "ausgehöhlt".