Wien. Die Wirtschaftskammer, konkret der Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder, präsentiert den Immobilienpreisspiegel 2019. Das Ergebnis: Nicht nur der Erwerb von Eigentumswohnungen und Baugrundstücken, auch das Mieten von Wohnungen ist teurer geworden: "Neuwertige Mietwohnungen werden bundesweit im Durchschnitt um 7,62 Euro netto pro Quadratmeter vermietet", heißt es in der Aussendung dazu. Das sei ein Anstieg um 1,24 Prozent.

Der SPÖ Wien-Pressesprecher Raphael Sternfeld twittert über eine vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut "Peter Hajek Public Opinion Strategies" erstellte, für die Stadt repräsentative Umfrage unter 800 Wienerinnen und Wienern: Demnach ist für 64 Prozent das politische Anliegen "für leistbares Wohnen sorgen" extrem wichtig, noch vor Verbesserungen im Bildungs- und im Gesunheitssystem, was 57 respektive 56 Prozent der Befragten für ein extrem wichtiges politisches Thema halten. In Wien lebt fast ein Fünftel der Wahlberechtigten, die den nächsten Nationalrat wählen werden.

Leistbares Wohnen wird zum Wahlkampfthema. 

 - © APAweb / Barbara Gindl
Leistbares Wohnen wird zum Wahlkampfthema.


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Auch die Abgeordneten des österreichischen Parlaments werden sich mit dem Thema Wohnen bis zur Wahl weiter auseinandersetzen: Und zwar mit der von ÖVP und FPÖ eingebrachten Novelle des Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetzes. Dazu gab es in der vergangenen Plenarsitzung einen Fristsetzungsantrag, dem auch die Abgeordneten von Jetzt und Neos zustimmten. Die SPÖ zwar nicht, aber die brauchte es für eine Mehrheit im Nationalrat nicht. Die Gesetzesnovelle wird also am 25. Juni im Bautenausschuss behandelt, in den nächsten Plenarsitzungen Anfang Juli jedenfalls Thema sein.

Im Nationalrat wollen aber auch die Sozialdemokraten dem Thema Wohnen Raum widmen: SPÖ-Wohnbausprecherin Ruth Becher plant, einen Fristsetzungsantrag zu einem neuen Universalmietrecht einzubringen. So könnte auch dieses Gesetz noch vor den Wahlen im Nationalrat behandelt werden.

Wohnen ist bereits
Wahlkampfthema

Wohnen ist also Nationalratswahlkampfthema. Die Vorstellungen, was es in diesem Bereich braucht, sind sehr unterschiedlich - genau wie die Schlüsse, die Parteien aus dem diesjährigen Immobilienpreisspiegel ziehen. Die Neos, zumindest jene in Salzburg. Der durchschnittliche Nettoquadratmeterpreis für neuwertige Mietwohnungen in der Landeshauptstadt liegt da bei 10,14 Euro und im Land bei ebenfalls hohen 8,66 Euro. Die Neos machen deshalb auf 4000 leerstehende Wohnungen im Bundesland aufmerksam. Der Salzburger Neos-Klubobmann Josef Egger sagt: "Wir müssen Druck aus dem Markt nehmen." Dazu brauche es eine Entrümpelung der Bauvorschriften auf Landesebene und ein neues Mietrecht auf Bundesebene.