Wien. Das österreichische Bundesheer steht finanziell mit dem Rücken zur Wand. Es geht um 47 Millionen Euro, die das Heer aus dem laufenden Betrieb einsparen müsse, heißt es in einer  Aussendung der Austria Presse Agentur mit Verweis auf ein internes Papier aus dem Ministerium.

Thomas Starlinger, der vom früheren FPÖ-Minister Mario Kunasek das Verteidigungsressort in der Übergangsregierung übernommen hat, muss sich nun auf die Suche nach Einsparungsmöglichkeiten im Budget machen - sonst drohe im kommenden Jahr eine Pleite. Eine wurde gefunden: Die in der Vergangenheit laut Pressesprecher Michael Bauer rund zwei Millionen Euro teure Heeresschau findet am kommenden Nationalfeiertag nicht statt.

Der Generalstab trage noch bis Ende dieser Woche weiteres Kürzungspotenzial zusammen und übermittle dem Minister einen Lagebericht mit Vorschlägen, wie es aus dem Ministerium heißt. Recherchen der "Wiener Zeitung" zeigen allerdings, dass solches in Werbung und PR sowie bei externen Dienstleistungen zu finden sein könnte. Denn dafür hat das Ministerium unter Mario Kunsasek viel Geld locker gemacht.

19,8 Millionen Euro an Ausgaben für externe Dienstleister

Die zwei Millionen Euro für die Heeresschau am Heldenplatz nehmen sich vergleichsweise gering aus, zumindest wenn man sich Anfragen der Neos zu externen Dienstleistungen an das Ministerium für Landesverteidigung ansieht.

Denn für zugekaufte Dienstleistungen für solche hat man im Jahr 2018 insgesamt 19,8 Millionen Euro ausgegeben. Mit dabei ist zum Beispiel eine Promotionaktion des Bundesheers beim Ski-Weltcup, wovon der Österreichische Ski Verband mit 339.600 Euro profitierte. Unter den Kosten sind auch solche für Musikverwendung zur Untermalung von Ausbildungsvideos, dafür löhnte das Ministerium 2018 17.500 Euro. Für die Rekrutierung von Unteroffiziersbewerbern von der Erhebung des Ist-Zustands über die Erstellung eines Konzeptes und anschließender Umsetzung der Rekrutierungsmaßnahmen erhielt eine Agentur, die sich selbst als "Spezialist für Employer-Branding und Personal-Branding" bezeichnet und Social-Media-Kampagnen und Multimedia-Projekte umsetzt, insgesamt 1,5 Millionen Euro.

Kosten für rechtliche Begleitung bei fachspezifischen Aufgaben, wie etwa jene zu den Befugnissen im Cyberspace über 27.000 Euro, erscheinen da vergleichsweise gering.