Innsbruck. Der Vizerektor für Lehre und Studienangelegenheiten der Medizinischen Universität Innsbruck, Peter Loidl, sieht künftig eine Verschärfung der Situation bei Basisausbildungsplätzen für Medizinstudium-Absolventen. In Zukunft werden seiner Prognose zufolge jährlich rund 1600 Studenten ihr Studium absolvieren, derzeit stünden dafür aber österreichweit nur etwa 700 Basisausbildungsplätze zur Verfügung.

Die Situation intensiviere sich in Zukunft mit sehr großer Wahrscheinlichkeit durch mehr Absolventen der Universität Linz und von Privatuniversitäten, skizzierte Loidl am Freitag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck im Rahmen der Medizin-Aufnahmeprüfungen das für ihn sehr wahrscheinliche Zukunftsszenario. "Es könnte eng werden", betonte er.

Situation in Wien "katastrophal"

Auch ein West-Ost-Fälle diagnostizierte Loidl. In Tirol sei die Situation noch "einigermaßen gut", während sie in Wien "katastrophal" sei. So warte man in Tirol zwar nur etwa vier bis sechs Wochen auf einen Platz, doch "nicht alle kriegen überhaupt einen Platz", so der Vize-Rektor. Die Wartezeit in Wien bezeichnete er als "deutlich länger".

Zur Verkürzung dieser Wartezeiten und zur Bewältigung des zur erwartenden Anstiegs der Absolventenzahl forderte Loidl "mehr Stellen und mehr Geld". Für die derzeit bereits rund 1300 Absolventen jährlich brauche es jetzt schon "rasch 300 Basisausplätze mehr", so Loidl. "Diese Plätze sind einfach nur eine Frage des Geldes", appellierte Loidl dabei an die politischen Verantwortungsträger. "Ärztestellen kosten eben etwas", fügte er hinzu.

Dass es nicht alleine das Geld ist, das zur Bewältigung der kommenden Herausforderungen notwendig sein wird, strich der Vizerektor für Lehre und Studienangelegenheiten jedoch hervor. "Es braucht auch eine zentrale Steuerung der Ausbildungsplätze, etwa wie es sie in Bayern gibt", hielt Loidl fest: "Eine systemische Lösung ist unbedingt notwendig." (apa/kle)