Wien. Hardi Mohammad sitzt in einem grauen Ledersessel. Mit lässig zusammengebundenem Haar und einer Sonnenbrille wirkt er entspannt. Immer wieder führt er einen Schlauch an den Mund und zieht daran. Ein Blubbern ist aus der orangenen Wasserpfeife zu hören, die vor ihm auf dem Tisch steht. Beim Ausatmen erfüllt ein Geruch die Luft. "Das ist Kaktus-Limette-Sahne-Tabak", sagt der Dreißigjährige.

Er ist Geschäftsführer der Shisha-Bar "Deuces - unique shisha experience". Sieben Jahre führt er diese, seit vier im ersten Wiener Bezirk in der Krugerstraße. Wie lange noch, steht in den Sternen, denn der Nationalrat hat am 2. Juli das absolute Rauchverbot beschlossen. Ab 1. November ist in Lokalen alles verboten, was raucht und dampft, damit auch die Wasserpfeife. "Uns wird die Geschäftsgrundlage entzogen", sagt Hardi. Etwa 60 Prozent seines Umsatzes gehen auf den Konsum der Shishas zurück. Laut Mario Pulker, Obmann des Fachverbandes Gastronomie in der Wirtschaftskammer, sind mehr als 1500 Betriebe betroffen. Diese Zahl unterliegt aber nur Schätzungen, da Shisha-Bars nicht einzeln erhoben werden.

- © Petra Hochstrasser
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Ohne Experten entschieden

"Ich fühle mich von der Politik verarscht. Letztes Jahr haben wir bereits gezittert. Dann war es vom Tisch und jetzt werden wir so in die Ecke getrieben", sagt Hardi. Besonders störe ihn, dass der Nationalrat den Beschluss ohne Experten getroffen habe. Denn eine Shisha sei nicht so schädlich. "Bei einer Shisha wird der Tabak nicht wie bei einer Zigarette verbrannt, sondern nur verdampft", erklärt er. Auch Pharma- und Toxikologe Bernhard-Michael Mayr unterscheidet das Rauchen einer Shisha von der Zigarette. Dass es weniger schädlich ist, kann er jedoch so nicht bestätigen. "Es kommt darauf an, wie die Bars die Shishas betreiben. Bei elektronischen Shishas entsteht etwa kein Kohlenmonoxid. Bei jenen, die mit Kohle betrieben werden, mehr als beim Rauchen", sagt Mayr. Dennoch seien Shishas nicht schädlicher, es würden nur durch das Verdampfen andere Stoffe freigesetzt werden.

Im Deuces wird der Tabak noch mit Kohle verdampft. Diese tauscht der Kellner bei Hardis Shisha gerade aus. "Wir verwenden Kohle aus Kokosnüssen. Die ist weniger schädlich. Beim Tabak selbst sind wir vom Staat reglementiert. Der Tabak darf etwa nur einen bestimmten Glyceringehalt aufweisen", erzählt Hardi. Prinzipiell habe er aber nichts gegen diese Vorgaben. "Ich würde auf elektrische Shishas umstellen, oder nikotinfreien Tabak anbieten. Da gibt es Steine, eingelegte Früchte und Pasten mit Geschmack, die verdampft werden können", sagt Hardi. Hauptsache er müsse nicht zusperren.