Ein Beispiel gibt es bereits mit der ab 2003 erfolgten Fusion der Pensionsversicherungsanstalten der Arbeiter und Angestellten zu einer Einrichtung, der jetzigen PVA. Dabei dauerte es aber Jahre, bis sich die Fusion zu rechnen begann. Nach den Zahlen der PVA belief sich der Aufwand für die Fusion auf 92,2 Millionen Euro. Der Rechnungshof hatte diese mit 114,8 Millionen Euro beziffert, wobei die Eigenleistungen laut PVA mit 22,6 Millionen Euro eingerechnet worden seien. Das Kontrollorgan hatte kritisiert, dass die Verwaltungskosten gestiegen seien, während Ex-Finanzminister Karlheinz Grasser mit Einsparungen von 36 Millionen Euro gerechnet hatte. Der Zeitdruck führte laut Rechnungshof zu Mehrkosten von 23 Millionen Euro.

Zum Vergleich: Die türkis-blaue Bundesregierung hat für die bevorstehende Sozialversicherungsreform bis zum Ende der Legislaturperiode Einsparungen von einer Milliarde Euro für die Versicherten ("Patientenmilliarde") in Aussicht gestellt.

Eine Funktionsüberschneidung

Auch für die Zusammenlegung der Sozialversicherungsanstalten von Gewerbe (850.000 Kunden) und Bauern (270.000) wurde mit Vorstandsbeschlüssen bereits im November und Dezember 2018 ein Rahmen von knapp 10,5 Millionen Euro, den sich die beiden Anstalten mit 7,34 und und 3,14 Millionen Euro teilen, zur "Erweiterung der Kapazität des internen Teams" besiegelt. Damit sollen die Organisation des gemeinsamen Kundenservices, Technik, Online-Service und Prozessmanagement sowie Mitarbeiterschulungen bestritten werden.

Wesentlich sei, dass die Versicherten Vorteile der SVS plangemäß ab 1. Jänner 2020 nutzen könnten. Das Fusionsbudget von 10 Millionen Euro betrage für 2019 nur 0,12 Prozent des gesamten Gebarungsvolumens, wird in der Sozialversicherungsanstalt der Gewerblichen Wirtschaft betont. Langfristig werde die Fusion mehr bringen als kosten. Eine Firma, die dafür genützt werde, sei die Firma Accenture, wird in der Gewerbeanstalt erläutert. Dieser sei "ein erfahrener Dienstleister, insbesondere bei Fusionen". Allerdings war der jetzige SVA-Generaldirektor Hans Aubauer früher für Accenture tätig.