Anders die SPÖ, deren Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner tritt für eine EU-weite Kerosinabgabe ein. Neben der Industrie sei der Verkehr einer der größten CO2-Verursacher. Das Absurde sei, dass die größten Luftverschmutzer - Flug- und Schiffsverkehr - von Umsatz- und Mineralölsteuer befreit seien. Dies sei ökologisch schädlich und sozial ungerecht. "Dieses Privileg gehört abgeschafft", sagt Rendi-Wagner. In den am Parteitag beschlossenen Leitlinien für den Wahlkampf ist außerdem von einer Ökologisierung des Steuersystems und einer europaweiten CO2-Steuer die Rede.

Für "fantasielos" hält die Kerosinsteuer wiederum FPÖ-Chef Norbert Hofer. Man könne nicht sofort nach Steuererhöhungen rufen. Bei einer Einführung einer Kerosinsteuer würden europäische Luftfahrtunternehmen im Vergleich zum Nahen Osten oder Asien an Wettbewerbsfähigkeit verlieren.

Für die Neos ist eine "kleine Ökosteuer auf Flüge aber zu wenig", heißt es aus der Parteizentrale. Damit könne das Klima und die Umwelt nicht gerettet werden. Die Neos fordern eine EU-weit einheitliche, aufkommensneutrale CO2-Steuer. Verursacher von Klimaschäden müssten stärker in die Pflicht genommen werden, während jene, die umweltfreundlich produzieren, entlastet werden sollten.

Der Umweltsprecher von Jetzt, Bruno Rossmann, tritt dafür ein, dass Kerosin wie jeder andere Treibstoff besteuert werde. Die steuerliche Subventionierung des Flugverkehrs müsse so rasch wie möglich auf EU-Ebene beendet werden. Außerdem brauche es eine CO2-Steuer im Rahmen einer aufkommensneutralen ökosozialen Steuerreform.

Der Parteichef der Grünen, Werner Kogler, plädiert ebenfalls für eine Kerosin-Steuer. Allerdings müsse sie aufkommensneutral sein, indem dann Lohn- und Einkommenssteuer entlastet würden. Für Flugpreis selbst erwartet Kogler keine allzu hohen Kostensteigerung, "die Auswirkungen auf die Ticketpreise wären gering".