Salzburg. Der heuer erstmals ausgetragene und von Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein eröffnete "Salzburg Summit" der Industriellenvereinigung (IV) hat sich am Freitag mit der Frage beschäftigt, wie sich Europa in Zukunft technologisch - und damit wirtschaftlich - gegen die Innovationsführer USA und China behaupten kann. Die Referenten und Diskutanten orteten dabei heute unisono akuten Handlungsbedarf.

"Die EU muss sehr vorsichtig sein, nicht von anderen Weltregionen überholt zu werden", betonte IV-Präsident Georg Kapsch vor den mehr als 120 geladenen Teilnehmern. "Wir müssen an Stärke und Dynamik gewinnen, sonst werden wir in Europa zwischen dem neoliberalen US-Modell und dem Staatsmodell Chinas zerrieben." Derzeit würden die EU-Mitgliedsstaaten aber versuchen, ihre eigenen Interessen durchzusetzen. "Damit gefährden sie das große gemeinsame Ziel."

Kapsch will am sozial-liberalen Modell Europas festhalten. "Dazu brauchte es jedoch mehr Innovationskraft, mehr Investitionen in Forschung und Entwicklung und endlich den gemeinsamen Binnenmarkt." Nur dann sei die Voraussetzung für Beschäftigung und Wohlstand gegeben.

Auch Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz kam nach Salzburg. Auch er fürchtete, dass die liberalen rechtsstaatlichen Demokratien Europas als politische Modelle an Bedeutung verlieren.