Wien. (sir) Nichts wurde es mit der Liebe. Doch immerhin, man kann sich diesmal mit Bier trösten. 17 Parteien hatten um ein Antreten bei der Nationalratswahl am 29. September gebuhlt, wochenlang hatten sie Zeit, Wahlberechtigte zu überzeugen und Unterstützungserklärungen zu sammeln. Darunter, wie fast jedes Mal natürlich auch mehr oder eben weniger ernst gemeinte Kandidaturen. Zum Einreichschluss schafften es acht Parteien landesweit auf den Stimmzettel, andere in einzelnen Bundesländern.

Wobei das Angebot der Liebe ernst gemeint war, die "Bewegung Neues Zeitalter", die sich hinter der Partei verbirgt, wollte nichts weniger als die Welt "zu einem besseren Ort für alle Lebewesen" machen. Dazu fehlten allerdings am Ende zu viele Unterschriften.

Die Bierpartei Österreichs hat wohl andere Ziele, sie wird von einem Musiker und Bierproduzenten geführt. In Wien wird "Bier" jedenfalls auf dem Stimmzettel stehen, denn die Partei konnte mehr als 1000 Unterstützungserklärungen sammeln. Je nach Größe des Bundeslands sind zwischen 100 und 500 solcher Erklärungen nötig.

Die Grünen, die aus dem Nationalrat geflogen waren, hatten schon vor Wochen ausreichend Unterstützungserklärungen gesammelt, das überraschte nicht. Und auch die KPÖ hat es bisher noch immer geschafft, und auch 2019 ist es den Kommunisten gelungen, in ganz Österreich anzutreten. Auch die progressive, linke Plattform "Wandel" schaffte es. Bei der EU-Wahl hatte die Ökonomin und Parteimitgründerin Daniela Platsch auf Platz zwei hinter Yanis Varoufakis auf der Wahlliste Diem25 in Deutschland kandidiert.

Kein Öxit auf dem Stimmzettel

Wie die Bierpartei schafften einige andere Parteien auch in einzelnen Bundesländern die erforderlichen Unterschriften. Die Anti-EU-Plattform Öxit war entgegen ersten Informationen jedoch nicht darunter. Die Landespartei des BZÖ ("Allianz der Patrioten") wird in Kärnten auf dem Stimmzettel stehen, Spitzenkandidat wird Martin Rutter sein, vormals Grüne sowie Team Stronach. Karlheinz Klement, freiheitliches Urgestein, wird an dritter Stelle kandidieren.

Auch schon öfter dabei war die Christen Partei Österreichs (CPÖ), diesmal tritt sie nur im Burgenland an, die Sozialistische Linkspartei nur in Oberösterreich und die Liste Gilt nur in Vorarlberg und Tirol. Sie war 2017 vom Kabarettisten Roland Düringer ins Leben gerufen worden, heuer wirkte er nicht mehr wirklich mit. Damit war der Spaß vorbei, wobei es Düringer ja auch ernst meinte. Die Partei PARTEI ist hingegen ganz ernst zunehmende Satire. Seit Jahren sitzt der ehemalige "Titanic"-Chefredakteur Martin Sonneborn im EU-Parlament. Der Österreich-Ableger der Partei kommt aber kaum vom Fleck, auch diesmal scheiterte die PARTEI. Angeblich soll der österreichische Schmäh ja etwas anders sein als deutscher Humor.

Interessant ist, dass die Zahl der Wahlberechtigten diesmal sinkt, zum ersten Mal seit 1995. Vorläufig gibt es 6,394.201 Wahlberechtigte, das sind um 6792 bzw. 0,11 Prozent weniger als 2017.