Wien. In der Ibiza-Affäre hat es am Freitag ein erstes Gerichtsurteil gegeben. Allerdings in einem Medienverfahren in Deutschland. Detektiv Julian H. hatte "Die Zeit" geklagt, weil die Wochenzeitung in einem umfangreichen Artikel Anfang Juli die bis dato bekannten Hintergründe des Videos recherchiert hatte. Thematisiert wird darin unter anderem das Vorleben des Detektivs - etwa der mittlerweile entkräftete Vorwurf der Industriespionage oder Jahre zurückliegende Ermittlungen wegen eines Drogendelikts.

Die einstweilige Verfügung des Landgerichts Berlin untersagt der Zeitung, die Berichterstattung in vier von fünf Punkten: Darunter neben den erwähnten juristischen Kalamitäten auch die Wiedergabe von Gerüchten über sein berufliches Vorleben. Im Fall der Zuwiderhandlung droht das Gericht mit einem Ordnungsgeld.

Was vom Gericht nicht beanstandet wurde ist die Passage, wonach die Beteiligten - Julian H. und der Rechtsanwalt Ramin M. - im Verdacht stünden, sich bei der Herstellung des Videos strafbar gemacht und die Abhör- und Videogeräte missbraucht zu haben.