Wien/Gumpoldskirchen. Strache sieht nach dem Ibiza-Skandalvideo seine politische Karriere nicht unbedingt als beendet an. Im ORF-Interview gefragt, ob die Wien-Wahl 2020 eine realistische Option für ihn sei, sagte der Ex-Parteichef: "Das ist eine Möglichkeit. Man soll nie etwas ausschließen."

Seine politische Zukunft sieht Strache jedenfalls in Wien: "Na selbstverständlich. Denn was heißt das denn? Das man Menschen mit Dreck bewirft und da Anschuldigungen stellt, wo nichts dran ist, um sie dann politisch loszuwerden, das kann in der Demokratie nicht gelten", so der Ex-Vizekanzler zur "ZiB 2". "Ich habe eine saubere Weste. Und ich sage: Ich lasse mich nicht in dieser Art und Weise diskreditieren. Da werde ich kämpfen. Und ich sage, die animieren mich fast, dass ich darüber nachdenke, so rasch wie möglich auch politisch zurückzukommen und vielleicht in Wien ein Comeback zu starten."

Auch gegenüber dem Sender "oe24.tv" erklärte Strache, dass er gegen die Hausdurchsuchung "ein Rechtsmittel einlegen" werde. Er sei "entsetzt und fassungslos, was alles möglich ist", meinte er und sprach erneut von "Willkür" und einem "Unrechtsakt". Auch erzählte er von seinen persönlichen Eindrücken der Razzia: "Ich war noch nackt, als die Polizei gekommen ist. Ich habe sie dann gebeten, noch etwas zu warten. Es war ein echter Schock, so etwas privat zu erleben."

Auch gegenüber dem Sender "Puls 4" beklagte Strache, dass nur die FPÖ von Hausdurchsuchungen betroffen war: Man habe die Anzeige "offenbar als Anlass genommen, um bei mir eine Hausdurchsuchung und Handy-Beschlagnahmung vorzunehmen", bei SPÖ und ÖVP habe man aber keine Schritte gesetzt.

ÖBB-Finanzvorstand Schiefer tritt aus FPÖ aus

Unterdessen berichtet die "Presse", dass ÖBB-Finanzvorstand Arnold Schiefer aus der FPÖ ausgetreten sei. Über die Gründe dieses Schrittes sei nichts bekannt, heißt es, Schiefer sei zu keiner Stellungnahme bereit gewesen. Der Burschenschafter, der mit 1. April Josef Halbmayr als Finanzvorstand in die ÖBB-Holding nachgefolgt ist, galt bisher als FPÖ-Vertrauensmann. Unter Verkehrsminister Norbert Hofer wurde er Anfang 2018 als ÖBB-Aufsichtsratschef installiert, im April 2019 wechselte er dann auf den Posten des Finanzvorstands. (apa)