Wien. Die Affäre um Vorwürfe wegen Postenschachers bei den teilstaatlichen Casinos Austria ist um eine Facette reicher. In der Causa gibt es laut "Standard" eine weitere anonyme Anzeige. Diese richtet sich gegen Casinos-Aufsichtsratschef Walter Rothensteiner, weil der vorzeitig erfolgte Vorstandsumbau "unnötige Belastungen in Millionenhöhe" verursacht habe, heißt es in der Sachverhaltsdarstellung. "Dahinter eine Untreuehandlung zu vermuten, ist absurd", so Rothensteiner.

In den Casinos-Finanzvorstand ist der Wiener FPÖ-Bezirksrat Peter Sidlo neu eingezogen. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Bestechung um einen FPÖ-Deal im Gegenzug zu Lizenzen für den Glücksspielkonzern Novomatic, was jedoch von allen bestritten wird. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Für Aufsehen sorgen die Zahlungen an vorzeitig bei den Casinos verabschiedete Manager. Laut "Standard" bekommen die abgelösten Casinos-Vorstände Dietmar Hoscher und Alexander Labak in Summe rund 7,5 Millionen Euro, weil ihre Verträge bis Ende 2019 gelaufen wären. Rothensteiner verteidigte die Abberufung.

Die Casinos Austria haben die genannten Kosten von 7,5 Millionen Euro als falsch zurückgewiesen, nannten aber keine Höhe. Konkrete Zahlen könnten aus Datenschutzgründen nicht genannt werden, teilte Casinos-Sprecher Patrick Minar mit. Das Unternehmen sei auch nicht Gegenstand der Ermittlungen.

Ibiza-Video: Razzia bei Anwalt

Die Staatsanwaltschaft Wien hat bestätigt, es sei bei jenem Anwalt eine Hausdurchsuchung durchgeführt worden, der am Zustandekommen des Ibiza-Videos beteiligt gewesen sein soll. Die Vorwürfe: Täuschung und verbotene Aufnahme. Der Anwalt soll den Kontakt zwischen Ex-FPÖ-Klubchef Johann Gudenus und der vermeintlichen russischen Oligarchennichte hergestellt haben.