Wien. Als glühende Verehrerin von ÖVP-Chef Sebastian Kurz outet sich Schauspielerin Christiane Hörbiger in einem Sonntag von der ÖVP verbreiteten "Wir für Kurz"-Video. Sie zeigt sich hoch empört über den Misstrauensantrag, mit dem der Kanzler - und die ganze Regierung - das Amt verlor. Hörbiger ist laut "Kurier" eine von mehreren prominenten Kurz-Unterstützern, die jetzt schrittweise vorgestellt werden.

"Wie waren wir doch froh und glücklich, als Sie Kanzler geworden sind", sagt Hörbiger in dem online verbreiteten Video - um dann deftig SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner anzugreifen: "Wir" seien "entsetzt" gewesen, "wie die Frau Rendi-Wagner den Misstrauensantrag gestellt hat, vollkommen verblödet. Ich weiß nicht, da muss der Hass und Neid so groß sein, dass man so etwas macht. Sie hat die Republik infrage gestellt beziehungsweise in schlechte Zeiten geführt", teilt sie die ÖVP-Kritik an dem - von der FPÖ und der Liste Jetzt im Parlament mitgetragenen - Misstrauensantrag.

Dieser Text sei der Schauspielerin nicht vorgegeben gewesen, das Video sei bei ihr daheim aufgenommen worden, erklärte die Volkspartei - und rechtfertigte die Veröffentlichung des propagandistisch anmutenden Videos laut "Kurier" damit, dass Hörbiger etwas habe loswerden wollen.

Einladung an Hörbiger

Nicht mit Kritik, Empörung oder Belustigung - wie viele Akteure der Twitter-Gemeinde -, sondern mit der Einladung zu einem persönlichen Gespräch reagierte SPÖ-Spitzenkandidatin Pamela Rendi-Wagner auf den deftigen Sager ("vollkommen verblödet") Hörbigers über ihren Misstrauensantrag.

Auch Rendi-Wagner wählte den Weg des Videos - auf Twitter und Facebook zu sehen. Sie sagt der "lieben Christiane Hörbiger" - die sie direkt anspricht - zunächst einmal, dass sie sie "als große Schauspielerin unseres Landes" schätze. Sie habe an dem heute veröffentlichten Video "gemerkt, dass Sie einige offene Fragen an mich haben". Da sie, Rendi-Wagner, überzeugt sei, dass "wir die großen Herausforderungen der Zukunft nur gemeinsam schaffen können" schlage sie ein Treffen zu einem persönlichen Gespräch vor. Da könne Hörbiger sie "besser als Mensch kennenlernen und meine Ideen für Österreich".

Ganz fern stand Hörbiger der SPÖ früher nicht - hat sie doch nicht nur 2016 Präsidentschaftskandidaten Rudolf Hundstorfer unterstützt, sondern schon 2010 den damaligen Wiener Bürgermeister Michael Häupl bei der Wien-Wahl. In einem Video - das immer noch auf Youtube zu sehen ist - zeigte sich die Schauspielerin "überzeugt, dass er der Richtige ist. Er hat es bis jetzt so wunderbar gemacht und er wird es weiterhin wunderbar machen." (apa/kle)