Nicht nur Erben sollen für höhere Erbschaften zahlen, auch zu Lebzeiten wird für Vermögen eine eigene Steuer fällig. Schon seit Jahren wird in der SPÖ eine sogenannte Reichensteuer diskutiert. Im Steuerkonzept für die Nationalratswahl fordert die SPÖ nun eine Vermögenssteuer auf das gesamte Nettovermögen ab einer Million Euro aus Finanz- und Immobilienvermögen, wobei aber beispielsweise Schmuck nicht einbezogen wird. Diese "Millionärssteuer" würde für Vermögen von einer Million Euro bis zu zehn Millionen Euro bei 0,5 Prozent liegen. Für Vermögen über zehn Millionen Euro soll der Steuersatz bei einem Prozent liegen. Die SPÖ erwartet sich dadurch für den Staat Einnahmen von 1,5 Milliarden Euro.

Spitzensteuersatz soll bei 55 Prozent bleiben

Dazu kommt noch ein weiterer Punkt. Bei der Einkommensteuer soll der bisherige Spitzensteuersatz von 55 Prozent für Bezüge über einer Million Euro nach dem SPÖ-Steuerkonzept in Zukunft erhalten bleiben. Der reguläre Spitzensteuersatz bei der Lohn- und Einkommensteuer liegt in Österreich bei 50 Prozent.

Mit der Vermögens- und Erbschaftssteuer möchte die SPÖ eine Umschichtung des Steueraufkommens von dem in Österreich steuerlich stark belasteten Faktor Arbeit hin zu Vermögen vorantreiben. Im Vergleich der OECD-Industriestaaten liegt Österreich beim Anteil der Vermögenssteuer mit 0,6 Prozent des Buttoinlandsprodukts weit hinten. Der OECD-Schnitt liegt bei 1,9 Prozent.

Im Gegenzug peilt die SPÖ vor allem eine steuerliche Entlastung für Bezieher niedriger Gehälter an. SPÖ-Chefin Rendi-Wagner hat deshalb zu Wochenbeginn bereits konkret vorgeschlagen, dass nicht nur ein Mindestlohn von 1700 Euro brutto von den Sozialpartnern vereinbart wird, sondern dass dann auch Löhne bis 1700 Euro brutto im Monat steuerfrei bleiben. Insgesamt soll es damit eine Steuerentlastung von rund fünf Milliarden Euro im Jahr geben.

Für Unternehmen sieht das SPÖ-Steuerkonzept eine spezielle Begünstigung vor. Investitionen in Betrieben sollen bis Mitte 2021 vorzeitig abgeschrieben werden können. Im ersten Jahr sollen demnach 30 Prozent der Investition abgeschrieben werden können, womit für das Unternehmen weniger Steuer fällig wird.

Die SPÖ greift damit auf eine Maßnahme zurück, die von der SPÖ-ÖVP-Bundesregierung bereits im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/09 zum Einsatz gekommen ist.