Grundsätzlich drängen vor allem Hilfsorganisationen zur Unterstützung pflegender Angehöriger auf den Ausbau einer qualitativ einheitlichen, flächendeckenden Betreuung außerhalb der Pflegeheime. So hält es Caritas-Präsident Michael Landau im Rahmen eines "Masterplans Pflege" für besonders wichtig, die Lücke zwischen mobilen Diensten und 24-Stunden-Betreuung zu schließen. Das betrifft etwa Angebote teilstationärer Betreuung. Volkshilfe-Direktor Erich Fenninger fordert unter anderem ein bundesweites Qualitätsangebot mobiler und teilstationärer Pflege sowie einen Rechtsanspruch auf ausreichend Unterstützung von Angehörigen durch Pflegedienste.

Rechtsanspruch auf Unterstützung wird gefordert

Die Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger verlangt nicht zuletzt weitere Verbesserungen zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Dazu zählt ein Rechtsanspruch auf Unterstützungsleistungen. Das gelte sowohl für die 2014 eingeführte Pflegekarenz und Pflegeteilzeit. Zur Entlastung der Angehörigen sollen diese aber auch ein Recht auf einen pflegfreien Tag pro Monat erhalten, an dem die öffentliche Hand die Pflege sicherstellen müsse.

Das Sozialministerium betont, es gebe seit 2016 Gratis-Beratung, was aber "noch nicht sehr bekannt" sei. Zwei Angebote bestehen: Beratung und Information von Pflegegeldbeziehern bei Hausbesuchen mit konkreten Tipps durch diplomiertes Personal. 2018 gab es rund 19.000 Hausbesuche. Zusätzlich gebe es seit 2016 das kostenlose "Angehörigengespräch". 2018 wurden 1472 Angehörigengespräche geführt, seit 2014 gut 5000.

Eines steht für die 463.000 Bezieher von Pflegegeld immerhin fest. Das Pflegegeld wird in allen Stufen ab 2020 valorisiert. Das bedeutet ab 1. Jänner kommenden Jahres eine Erhöhung um 1,8 Prozent. Zumindest dieser Beschluss erfolgte vor der Sommerpause des Nationalrats einstimmig.