Es sei einer der erfolgreichsten Ausschüsse bisher gewesen, zumindest in diesem Punkt sind sich alle Fraktionen einig. Am 25. September steht der Abschlussbericht des parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur Affäre rund um die Razzia im Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) auf der Tagesordnung im Nationalrat. Schon im Laufe des Donnerstags soll der Endbericht auf der Homepage des Parlaments öffentlich einsehbar sein. Beim Pressebriefing im Parlament am Mittwoch wollte sich Verfahrensrichter Eduard Strauss zu diesem auf Nachfrage noch nicht äußern ("es ist wie bei Gericht, es gilt das gedruckte Wort").

Aus politischer Sicht bedeuteten die Ibiza-Affäre und das Ende der ÖVP-FPÖ-Koalition eine entscheidende Wende für die Erzählungen der Parteien - vor allem für die ÖVP von Sebastian Kurz. Dessen Parteikollegin, ÖVP-Fraktionschefin Gabriela Schwarz, sprach vor den Journalisten von einem "immensen Schaden", den die Hausdurchsuchungen im BVT verursacht hätten, die Reputation des BVT sei schwer beschädigt - relativ neue Töne für die zuhörenden Journalisten, die zwar harte Fragen vom ehemaligen ÖVP-Fraktionsführer Werner Amon im Laufe des Ausschusses gewohnt waren, allerdings auch immer mit einer rechtfertigenden Haltung des ÖVP-Chefs zu tun hatten.

Kurz sei nicht tätig geworden, als er von den Einschränkungen der Zusammenarbeit internationaler Partnerdienste mit dem BVT nach Bekanntwerden der Razzia erfahren hatte, warfen ihm die damaligen Oppositionsparteien SPÖ, Neos und Liste Jetzt bei seiner Befragung Ende Mai vor. Es habe "keinerlei Beweis" gegeben, "dass Kickl etwas Illegales gemacht hätte", rechtfertigte sich der ÖVP-Chef damals. Schwarz betonte am Mittwoch auch die fatale Tatsache, dass der Ex-FPÖ-Innenminister ein Geheimprojekt im BVT installierte, ohne dass davon die damalige Generaldirektorin für die öffentliche Sicherheit, Michaela Kardeis, oder BVT-Chef Peter Gridling Kenntnis gehabt hätten.

SPÖ-Fraktionschef Kai Jan Krainer und sein Pendant bei den Neos, Stephanie Krisper, sehen Kickl neben seinen damaligen engsten Mitarbeiter nach wie vor als zentralen Drahtzieher der Aktion. Auch für Krainer ist das Aufdecken der "blauen Stasi, eines FPÖ-Geheimdiensts im Geheimdienst" ein zentrales Ergebnis der Arbeit im U-Ausschuss. Ähnlich wie Krainer auch Neos-Fraktionschefin Stephanie Krisper: "Kurz hatte sich als Kanzler verantwortungslos verhalten." Nun müsse die ÖVP "erstmals zugeben, dass die BVT-Partner nicht mehr mit uns kooperieren".