Zwar gibt es auf der Webseite des Innenministeriums bereits jetzt ein E-Learning Tool für Beisitzer, ob und wie intensiv dieses von den Beisitzern in Anspruch genommen wird, sei aber unklar, sagt der Wahlbeobachter. Lidauer spricht sich auch für eine Vereinheitlichung der Bezahlung der Beisitzer aus. Aufgrund der föderalen Struktur gehen die Beträge, die größere Städte den Beisitzern zusätzlich zahlen, weit auseinander: In Salzburg werden 80 Euro bezahlt, in Wien 45 Euro, und in Bregenz sind es nur 21 Euro, die ein Beisitzer für seinen demokratischen Dienst erhält.

Wahlleiter allein zu Haus

Recherchen der "Wiener Zeitung" zeigen zudem, dass die Auszahlung der Gelder teils unterschiedlich abläuft. So behält beispielsweise die SPÖ die Bezahlung der Beisitzer ein: In Wien wird das Geld vom Magistrat noch während des Wahlvorgangs an die Beisitzer in bar ausbezahlt, das Geld aber von einem SPÖ-Mitarbeiter später am Tag wiederum einkassiert. In Linz wiederum wird kein Bargeld ausbezahlt, die Bezahlung erfolgt per Überweisung. Immer wieder kommt es vor, dass Sprengel am Wahlsonntag gänzlich ohne Beisitzer dastehen. Auch dann aber kann der Wahlvorgang durchgezogen werden, erklärt Robert Stein: "Der Wahlleiter muss dann die Wahlhandlung selbständig durchführen" - was natürlich einen erheblichen Mehraufwand darstellt. "Er muss sich dann Hilfspersonen aus den Gemeinden organisieren und versuchen, die Parteinen anzuhalten, Vertrauenspersonen zu schicken, auch wenn diese nicht nominiert wurden."