3. Juli - Neue Regeln für Parteispenden: Die Abgeordneten von SPÖ, FPÖ und Jetzt fixieren im Nationalrat gegen die Stimmen von ÖVP und Neos ein neues Parteiengesetz. Kernpunkte sind niedrigere Obergrenzen bei Parteispenden (höchstens 7500 Euro für die einzelne Spende und 750.000 Euro jährlich) und deutlich höhere Strafen bei Überschreitung der Wahlkampfkostenobergrenze. Größter Kritikpunkt: Geldflüsse über Vereine bleiben trotz Ibiza intransparent.

9. Juli - WKStA ermittelt gegen FPÖ-, ÖVP- und SPÖ-nahe Vereine: Nach Medienberichten über parteinahe Vereine startet die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft Ermittlungen, erst im Umfeld der FPÖ, dann auch in jenem von Gewerkschaften, SPÖ und ÖVP. Trotzdem wird später bekannt, dass der FSG-Verein "Gewerkschafter in der SPÖ" 300.000 Euro der SPÖ-Wahlkampf-Kosten übernimmt.

20. Juli - Die Schredder-Affäre: Die Wochenzeitung "Falter" deckt auf, dass ein ÖVP-Mitarbeiter des Kabinetts Kurz knapp nach dem Ausbruch der Ibiza-Affäre fünf Festplatten aus dem Kanzleramt entwendete und persönlich schreddern ließ. Der Mitarbeiter gab dabei einen falschen Namen an und bezahlte die Rechnung nicht. Die Behörden ermittelten gegen ihn, konnten aber keinen Zusammenhang zwischen dem Schreddern und der Ibiza-Affäre ausmachen.

13. August - Die Causa Casinos: Die Korruptionsstaatsanwaltschaft führte unter anderem bei Strache und Gudenus Hausdurchsuchungen durch. Im Fokus steht bis heute die Bestellung des Wiener FPÖ-Bezirksrats Peter Sidlo zum Finanzvorstand der Casinos Austria. Laut einer anonymen Anzeige soll es eine ÖVP-FPÖ-Einigung gegeben haben, den blauen Schützling auf einem Ticket des Casinos-Miteigentümers Novomatic in den Vorstand einziehen zu lassen. Dafür sollen die Freiheitlichen signalisiert haben, etwaige Gesetzesänderungen beim verbotenen kleinen Glücksspiel vorzunehmen. Es gilt die Unschuldsvermutung. Alle Beteiligten wiesen die Vorwürfe stets von sich.

20. August - Parteispenden der ÖVP: Um Medienberichten zuvorzukommen, veröffentlichte die ÖVP die Spenden an die Bundespartei aus 2018 und dem ersten Halbjahr 2019. Insgesamt flossen in diesem Zeitraum 2,76 Millionen Euro an die Türkisen. Größte Einzelspenderin war Milliardärin Heidi Goess-Horten.

5. September - Hackerangriff: Nach einem weiteren "Falter"-Artikel über ihre Buchführung, Wahlkampfkosten und Überschreitungen berichtet die ÖVP von einem Hackerangriff auf die Parteizentrale. Die Partei klagt die Wochenzeitung "Falter", man habe die Öffentlichkeit nicht "bewusst" getäuscht.

19., 25. und 26. September - Wahlkampf im Nationalrat: Der Nationalrat beschließt die Entlastung geringerer Einkommen über die Sozialversicherung, mehr Geld für Langzeitarbeitslose, eine neue Hacklerregelung, Pensionserhöhungen, ein Ökostromgesetz, ein Gewaltschutz-Paket und anderes mehr. Außerdem sprechen sich die Abgeordneten - ohne die FPÖ - für einen Klimanotstand aus. Insgesamt kostet das "freie Spiel der Kräfte" im Parlament laut Finanzministerium zusätzlich vier Milliarden Euro.

23. September - Straches Spesenaffäre: Ex-FPÖ-Parteichef Strache ist mit einer weiteren Anzeige wegen möglicher Ungereimtheiten seiner Spesenabrechnungen konfrontiert, Strache selbst spricht von "Verleumdungen". Vor der Wahl bestätigte die FPÖ noch das mit 10.000 Euro monatlich gefüllte Spesenkonto und 2500 Euro Mietkostenzuschuss, das parteiinterne Prüfergebnis und Konsequenzen will die FPÖ erst nach der Wahl veröffentlichen.