Wien. Ab sofort werden neue E-Cards mit Foto verschickt. Wie der Vorsitzende des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, Alexander Biach, in einer Pressekonferenz mit dem zuständigen Generaldirektor-Stellvertreter Volker Schörghofer und Sozialministerin Brigitte Zarfl erklärte, begann am Mittwoch der Versand der neuen Karten.

Die neue E-Card bringt für die Versicherten keine Mehrkosten, sie wird gratis zugestellt und automatisch im Briefkasten landen, wenn die Gültigkeit der europäischen Krankenversicherung auf der Rückseite der Karte ausläuft.

Biach, Schörghofer und Zarfl betonten die erhöhte Sicherheit, die mit der neuen E-Card verbunden sei. Die Identitätsprüfung für die Ärzte werde erleichtert. Die Ministerin verwies darauf, dass die E-Card als Schlüssel für alle E-Gesundheit-Anwendungen diene. So könne damit etwa verhindert werden, dass im Zuge der E-Medikation Arzneimittel einer falschen Person zugeordnet werden.

Ein amtlicher Lichtbildausweis ist die E-Card auch mit Foto künftig nicht. Möglich wird damit jedoch künftig auch eine kontaktlose Kommunikation, weil die Karte ebenso wie Bankomatkarten mit NFC-Funktion ausgestattet ist.

Bilder werden übernommen

Bis Ende 2021 sollen bereits mehr als die Hälfte und bis Ende 2023 müssen alle rund 8,8 Millionen E-Cards ausgetauscht werden. 85 Prozent aller Versicherten, von denen ein Foto vorhanden ist, erhalten die neue Karte automatisch, bevor die alte abläuft. Liegt ein Foto aus einem Register für Reisepass oder Personalausweis, vom Scheckkartenführerschein oder Fremdenregister vor, wird es automatisch übernommen.

Der Versicherte kann sich allerdings nicht aussuchen, welches Foto auf die E-Card kommt. Kinder unter 14 Jahren erhalten in jedem Fall weiter eine E-Card ohne Foto. Von der Verpflichtung ausgenommen sind ältere Personen ab 70 sowie Personen ab Pflegestufe vier. Jene 15 Prozent, für die kein Foto in einem Register vorhanden ist, müssen ab 1. Jänner 2020 ein Foto beibringen. Empfohlen wird dies drei bis vier Monate vor Ablauf der alten Karte oder sobald sie dazu aufgefordert werden.

Die in den Registern vorhandenen Fotos werden verschlüsselt übermittelt, die Fotos werden nicht am Chip der E-Card und auch nicht im E-Card-System gespeichert. Auf der Karte kommen verschiedene Sicherheitsmerkmale zum Einsatz, die zum Teil auch von Geldscheinen bekannt sind und die ein Kopieren der Karte unmöglich machen sollen. Die Gesamtkosten bis 2023 werden mit 23,5 Millionen Euro angegeben, wobei Sozialversicherung, Finanz- und Innenministerium je ein Drittel davontragen. Die Kosten pro Karte betragen 1,45 Euro. (apa)