Schwarz und Grün in Vorarlberg freuten sich zwar über Rückenwind durch den Erfolg bei der Nationalratswahl. In einer guten Woche, am 13. Oktober, folgt im Ländle bereits die Landtagswahl. Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) und Grünen-Landeschef Johannes Rauch machten aber deutlich, dass es dabei um völlig unterschiedliche Wahlen gehe. Eines hat Vorarlberg aber dem Bund voraus: Während österreichweit eine türkis-grüne Bundesregierung vorerst nur als mögliche Variante gilt, hat das Ländle seit der letzten Landtagswahl 2014 die Premiere einer schwarz-grünen Koalition ohne großen Krach hinter sich.

"Jetzt geht’s ums Land": Die ÖVP mit Landeschef Wallner, die traditionell um einen eigenständigen Kurs in Vorarlberg bemüht ist, streicht das auch in ihrer Wahlkampagne für den 13. Oktober besonders heraus. Dieser Trennstrich und das "Neu Durchstarten" der ÖVP erfolgt noch aus einem anderen Grund. Mit knapp 37 Prozent der Stimmen und einem Zuwachs von lediglich zwei Prozentpunkten lag der Zuwachs bei der Nationalratswahl in Vorarlberg deutlich unter dem bundesweiten Schnitt.

Nach Absturz lautet das ÖVP-Wahlziel "40 plus"

Wallner, der in diesen Tagen auf Bezirkstour unterwegs ist und möglichst viele Bürger persönlich treffen will, kämpft damit, dass er bei seinem erstmaligen Antreten als schwarzer Spitzenkandidat 2014 nach einem Verlust von neun Prozentpunkten mit 41,8 Prozent das schlechteste Ergebnis der Geschichte für die Ländle ÖVP verantworten musste. "Im Land ist noch Luft nach oben", räumte der ÖVP-Landeschef unter Bezug auf das Ergebnis bei der Nationalratswahl ein. Offiziell wird "40 plus" als Wahlziel für den 13. Oktober ausgegeben.

An der Vormachtstellung der ÖVP nach der Wahl wird nicht gezweifelt. Gleichzeitig gilt als sicher, dass sich die Landeshauptmannpartei erneut einen Koalitionspartner suchen muss.

Für Grünen-Chef Rauch ist die Fortsetzung der schwarz-grünen Zusammenarbeit in der Landesregierung erklärtes Ziel. Bei der Nationalratswahl lagen die Grünen im Ländle leicht über dem Landtagswahlergebnis von 17,1 Prozent. Dennoch warnt Spitzenkandidat Rauch: "Man darf nicht glauben, dass die Landtagswahl nun ein Selbstläufer wird." Daran ändert auch der Umstand nichts, dass die Grünen wie im Bund vom Thema Klimaschutz profitieren können.