Nach Abschluss der ersten vier Gespräche werde er dann die Öffentlichkeit über seinen Eindruck "etwas detaillierter informieren", sagte Kurz. Einen Termin dafür gibt es vorerst noch nicht.

Grünen-Chef Kogler bei Kurz

Zum Abschluss der ersten Runde der Sondierungsgespräche für allfällige Koalitionsverhandlungen hat ÖVP-Obmann Sebastian Kurz am frühen Mittwochabend Grünen-Chef Werner Kogler empfangen. Es gehe jetzt einmal um eine "Erkundung", weniger um eine "kompetente Tiefbohrung", ob Koalitionsverhandlungen überhaupt möglich sind, sagte Kogler bei seinem Eintreffen im Winterpalais in der Himmelpfortgasse.

Das kurz nach 17.30 Uhr gestartete Vier-Augen-Gespräch mit Kogler bildet den Abschluss der ersten Unterredungs-Runde des ÖVP-Obmannes mit den anderen Partei-Chefs. Zuvor hatte Kurz bereits am Dienstag SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner und FPÖ-Obmann Norbert Hofer empfangen. Am Mittwochvormittag war NEOS-Vorsitzende Beate Meinl-Reisinger zu einem knapp zweistündigen Treffen bei Kurz.

Kogler sagte vor der abendlichen Unterredung, es gehe darum, herauszubekommen, ob Regierungsverhandlungen sinnvoll sind. "Dieses herauszukriegen ist das Wesen von Sondierungen", so der Parteichef. "Jetzt reden wir einmal. Heute geht es einmal darum, sich einen Überblick zu verschaffen." Kogler verwies auch darauf, dass die Grünen durchaus aktuelle Erfahrungen mit Regierungsverhandlungen hätten, nämlich auf Landesebene: "Die Grünen wissen, wie das geht."

"Offizielles Erstgespräch"

Inhaltliches wollte sich Kogler vor Beginn des Treffens nicht entlocken lassen. Auch wenn er ein Konzept hätte, würde er es den Journalisten jetzt nicht detailliert verraten, meinte er. "Es ist ein offizielles Erstgespräch, wir werden unsere Sicht der Dinge einbringen und einlösen, was wir versprochen haben", nämlich: Dass sich die Grünen "nicht auf die Flucht" begeben , "sondern aktiv das Gespräch suchen", sagte er. Denn die mehr als 664.000 grünen Wähler hätten mit ihrer Stimme ja auch die Hoffnung verbunden, "dass wir Österreich verbessern".

Die Grünen gelten unter Beobachtern derzeit als erster Ansprechpartner für eine Regierungsbildung unter Kurz. Neben der Variante mit den Grünen hätte eine ÖVP-geführte Zweier-Koalition auch mit der SPÖ oder der FPÖ eine stabile Mehrheit im Nationalrat. Die NEOS kommen für eine Zweier-Koalition nicht infrage, da sich für sie gemeinsam mit der ÖVP keine Mehrheit im Nationalrat ausgeht. Möglich wäre nur, dass die Pinken als ergänzender Partner in einer Dreier-Koalition fungieren.

Nach Abschluss der Gespräche wird Kurz der Öffentlichkeit ein Statement abgeben, das hatte der Kanzler am Vormittag bereits angekündigt. Wann und in welcher Form er sich äußern wird, war am Mittwochabend aber noch unklar. (apa)