Wien/Bregenz. Die Vorarlberger Landtagswahl hat am Sonntag die Ergebnisse der Nationalratswahl von vor zwei Wochen bestätigt. Die Sieger heißen auch heute ÖVP und Grüne. Die Freiheitlichen erlebten hingegen ein Debakel und fielen hinter die Grünen auf Platz drei zurück. SPÖ und NEOS legten ein wenig zu.

Laut jüngster Hochrechnung kam die ÖVP auf ein Plus von knapp zwei Punkten (1,8) und damit auf 43,6 Prozent. Damit konnte Landeshauptmann Markus Wallner mit seiner Volkspartei zwar nicht an alte Zeiten absoluter Mehrheiten anschließen, jedoch bleiben ihm vier Koalitionsoptionen, von denen er freilich die Freiheitlichen bereits ausgeschlossen hat. Die Grünen hätten einen Vorteil, dass sie schon jetzt in der Regierung seien, erklärte VP-Klubchef Roland Frühstück. Es gebiete aber der Anstand, mit allen zu reden, auch mit der FPÖ, wenn die das wolle.

Die FPÖ ist mit 13,7 Prozent und einem Minus von 9,7 Punkten allerdings die große Verliererin des Urnengangs. Persönliche Konsequenzen schloss Spitzenkandidat Christof Bitschi aber aus. Er sieht das Debakel den Vorgängen im Bund - Stichwort Ibiza und Spesen-Affäre - geschuldet. Wo es Konsequenzen brauche, sei in Wien. Was genau er darunter versteht, führte Bitschi freilich nicht aus.

Erstmals an den Freiheitlichen vorbeigesegelt sind die Grünen, deren zweiter Platz bei einer Landtagswahl eine Premiere ist. Auf das Rekordergebnis von 2014 mit 17,1 Prozent konnte Landesrat Johannes Rauch mit seinem Team noch einmal 1,8 Punkte draufsetzen. Die Grünen sind logischer erster Ansprechpartner der ÖVP, wobei Rauch jedoch betonte, dass die Sache noch nicht gegessen sei. Es werde Gespräche geben, und die Voraussetzungen seien gut, noch sei aber nichts in trockenen Tüchern.

Wiewohl die SPÖ wohl knapp in der Einstelligkeit verharrt und somit schlechteste sozialdemokratische Landesgruppe bleibt, zeigte sich Spitzenkandidat Martin Staudinger ganz gut gelaunt. Schließlich sei die historische Trendwende geschafft und es gebe (erstmals seit 2004) wieder ein Plus. Dieses fällt mit rund einem Punkt auf 9,8 Prozent freilich nicht überragend aus. Immerhin hat die SPÖ den Klubstatus mit drei Mandaten, der sehr schwach abgesichert war, problemlos gehalten.

Ihn erstmals erreicht haben voraussichtlich die NEOS, die beim zweiten Antritt von 7,9 auf 8,6 Prozent zulegen. Obwohl sie nicht an das zweistellige Ergebnis von der Nationalratswahl in ihrem Heimatbundesland herankam, war Spitzenkandidatin Sabine Scheffknecht dennoch "sehr zufrieden". Mehr sein hätte es natürlich können, das sage aber jede Partei. (apa)