Wien. Am Donnerstagvormittag eröffnet die ÖVP den Sondierungsreigen. Erster Gast ist das Team der Sozialdemokraten, am Freitag folgen dann erst die Grünen (10 Uhr) und danach die Neos (14 Uhr). Gab es in der Vorwoche nur Treffen der Spitzen, kommen diesmal sechsköpfige Teams zusammen.

Während Sebastian Kurz vor allem auf seinen engsten Kreis vertraut und Gernot Blümel, Elisabeth Köstinger sowie Berater Stefan Steiner zu den Verhandlungen mitnimmt (dazu noch August Wöginger und Margarete Schramböck), setzen die übrigen Parteien eher auf thematische Breite. Vor allem die Grünen bieten in Liste-Jetzt-Zugang Alma Zadic, einer Juristin, und Ex-Parlamentsmitarbeiter Josef Meichenitsch, der bei der Finanzmarktaufsicht arbeitet, zwei Überraschungen auf.

Die SPÖ komplettierte am Mittwoch ihr Team mit dem Wiener Bürgermeister Michael Ludwig, das war eher erwartbar. Zudem ist, wie praktisch immer, der FSG-Chef am Verhandlungstisch dabei. Seit Juni 2018 ist das Rainer Wimmer, der auch an zweiter Stelle für die Nationalratswahl auf der Bundesliste kandidiert hat.

Neos kommen mit einigen Forderungen

Als letzte Partei präsentierten die Neos ihr Team für die Sondierungen. Parteichefin Beate Meinl-Reisinger wird von den Abgeordneten Sepp Schellhorn und Nikolaus Scherak begleitet. Dazu kommt Andrea Klambauer, die erste Landesrätin der Liberalen in Salzburg. Sie ist dort in einer Regierung mit Türkis und Grün.

Außerdem nehmen die Pinken ihren Generalsekretär Nick Donig und den Bundesgeschäftsführer Robert Luschnik mit. Letzterer war lange für die Grünen im organisatorischen Bereich tätig, im März wechselte er zu den Neos. Er soll die Bereiche Klima und Umwelt abdecken.

Die Neos haben auch bereits im Vorfeld inhaltliche Wünsche deponiert. Das können sie sich leisten, bei den Grünen wäre das doch heikler. Und es sind, wohl nicht zufällig, Forderungen, die zumindest in Schlagzeilenform Sebastian Kurz nicht fremd sind: "Steuerentlastung", "echte Reformen", "Freiheitsoffensive für Unternehmer", "große Mittelstandsentlastung". Es sind alles Themen der Neos und der ÖVP, aber genau solche, in denen die Neos Sebastian Kurz Versäumnisse vorwerfen.

Wahrscheinlich ist eine Regierungsbeteiligung der Neos aber ohnehin nicht, zumal sie auch einer türkis-grünen Regierung keine Zwei-Drittel-Mehrheit verschaffen könnten. Gänzlich aus dem Rennen sind sie aber nicht.