Die ÖVP Burgenland hat bei ihrem Parteitag am Samstag Thomas Steiner als Landesparteiobmann bestätigt. Für Steiner votierten 97,4 Prozent der Delegierten. Mit dem Parteitag stimmte sich die Volkspartei auf den Wahlkampf für die Landtagswahl am 26. Jänner ein. Es täte dem Burgenland gut, wenn die ÖVP wieder mitregieren würde, sagte Bundesparteiobmann Sebastian Kurz.

Die Ausgangssituation sei schwierig, erinnerte Landesgeschäftsführer Christoph Wolf die Zuhörer. Erstmals gehe die ÖVP aus der Opposition in eine Landtagswahl. "Wir haben nicht viel zu verlieren, aber haben viel zu gewinnen", sagte er.

"Wir haben alles, um unsere Mitbewerber mehr als nur zu fordern", stellte Landesparteichef Steiner fest. Er sei zuversichtlich, eine Regierungsbeteiligung erreichen zu können: "Nicht reden, sondern tun, das ist die Verantwortung, die ich meine." Als zentrales Thema hob Steiner die Mobilität hervor. "Unser Ziel ist eine echte Mobilitätswende", betonte er und machte sich erneut stark für den Burgenland-Bus, ein Netz aus Regionalbussen, welches das ganze Burgenland abdecken soll.

Keine Stimme gegen "Plan für das Burgenland"

Als Leitantrag beschloss der Parteitag ohne Gegenstimme den seit dem Vorjahr erarbeiteten "Plan für das Burgenland", der 49 Ideen umfasst. Mit ihm habe man bereits eine konkrete Leitlinie für den Wahlkampf, so Steiner. Der ÖVP-Obmann, der bei der Landtagswahl als Spitzenkandidat antritt, stellte auch das "Team Burgenland" vor: Die Volkspartei habe "vielfältige Kandidaten für die Landtagswahl, so vielfältig wie unsere Partei". Damit seien alle Voraussetzungen dafür geschaffen, um bei der Burgenland-Wahl stärker zu werden.

Von den anderen Parteien unterscheide sich die ÖVP vor allem durch ihre Werte. "Gerade die christliche Tradition, auf der wir aufbauen, die unsere Gesellschaft zusammenhält, ist wichtig. Das lassen wir uns von niemandem nehmen", betonte Steiner. Er machte sich außerdem für die Gemeinden stark. "Das Land soll nicht in die Gemeinden hineinregieren, sondern sie unterstützen", sagte er.

Kurz in Parndorf

Die Landespartei werde nun alles tun, "um einen guten, fairen und erfolgreichen Wahlkampf" zu führen, betonte Steiner. Entschieden werde die Wahl aber auch von den Funktionären in den Gemeinden, bat er die Delegierten um ihre Hilfe im Wahlkampf.

Er sei "mit besonders großer Vorfreude" nach Parndorf gekommen, dankte ÖVP-Chef Kurz den Delegierten für ihren "unglaublichen Einsatz" sowie für den Rückhalt in besseren und schlechteren Zeiten. "Burgenland ist ein Kernland der Volkspartei", stellte er fest. Vom Abschneiden der ÖVP Burgenland bei der Nationalratswahl sei er "wirklich beeindruckt", meinte Kurz. "Der Rückenwind passt, die Stimmung ist eine gute, aber die nächsten 99 Tage müssen wir trotzdem ordentlich Gas geben."

An die 600 Personen, darunter 228 Delegierte, verfolgten den Parteitag im Pannonia Tower Hotel in Parndorf mit. Gewählt wurde neben dem Landesparteiobmann auch das Präsidium: Steiners drei Stellvertreterinnen und zwei Stellvertreter erreichten 97,4 bis 100 Prozent Zustimmung. (apa)