Wien. Der ins Gerede gekommene Vertrag zwischen der SPÖ und der Leykam AG ist noch jüngeren Datums. Abgeschlossen wurde er laut einem Bericht der "Kleinen Zeitung" im Februar diesen Jahres zwischen dem Leykam-Vorstand und Ex-SPÖ-Bundesgeschäftsführer Max Lercher und dessen Nachfolger Thomas Drozda mit einer Laufzeit von drei Jahren. Gekündigt werden kann der Kontrakt nach 1,5 Jahren.

Das jährliche Finanzvolumen des Vertrags sind 200.000 Euro zuzüglich 20 Prozent Mehrwertsteuer. Für dieses Geld soll Leykam der SPÖ in den Bereichen "Data Management" und "Kommunalstrategie" weiterhelfen. Bei ersterem geht es etwa um Konzepte zum Daten-Schürfen oder zur zielgruppengerechten Werbung im Online-Bereich. In Sachen Kommunalstrategie soll die Leykam die Landesorganisationen koordinieren sowie ein Konzept zur optimalen Betreuung der Partei bis hin den zu den Ortsgruppen entwickeln.

Eine Tochter der Leykam war zudem (außerhalb des Grundvertrags) für die so genannte Rot-Show zuständig, die von der SPÖ in ihrem Wahlkampf in mehreren Bundesländern durchgeführt wurde, wie "Österreich" zuletzt berichtete.

Fehlerhafter Zeitungsbericht

Der Leykam-Vertrag war zuletzt zum Anlass öffentlicher Debatten geworden, nachdem in einem Zeitungsbericht durch eine anonyme Quelle der Eindruck erweckt worden war, als würde Lercher, der als mögliche Alternative zur angeschlagenen Parteichefin Pamela Rendi-Wagner gilt, die 20.000 Euro-Monatsgage persönlich beziehen. Ob der Kontrakt überhaupt weiter läuft, ließ die Parteivorsitzende heute im "Kurier" offen: "Der Bundesgeschäftsführer (Christian Deutsch) wird alle externen Verträge prüfen und auch die Möglichkeiten, diese vorzeitig zu beenden." (apa)