Außerdem hat auch OGM eine hohe Zustimmung für Türkis-Grün gemessen. Ganze 42 Prozent wünschen sich in der vom "Kurier" publizierten Umfrage mit 503 Befragten eine türkis-grüne Regierung, nur 26 Prozent eine türkis-blaue und gar nur 19 Prozent eine türkis-rote.

Interessant sind auch die Zustimmungsraten nach Parteipräferenz: So wird eine türkis-grüne Koalition von 48 Prozent der ÖVP-Wähler und von 96 Prozent der Grün-Wähler befürwortet. Jeder dritte ÖVP-Wähler ist für Türkis-Blau, unter den FPÖ-Wählern sind es 76 Prozent.

57 Prozent der Befragten wollen, dass die Grünen in Sachen Migration einschwenken, beim Klima sind ebenfalls 57 Prozent der Meinung, die ÖVP sollte hier nachgeben. Beim Budget (Nulldefizit) hat wiederum die ÖVP deutlich mehr Zustimmung unter den Befragten, bei den anderen Themen (Soziales, Infrastruktur) ergibt sich ein einigermaßen ausgewogenes Bild. OGM-Chef Wolfgang Bachmayer schließt daraus, dass die einzige wirkliche Hürde für Türkis-Grün das Migrationsthema ist. "Hier kann Kurz auch in Hinblick auf die seit 2017 zu ihm übergewanderten FPÖ-Wähler nur wenig nachgeben."

Laut den Messungen des Instituts Research Affairs für die Tageszeitung "Österreich" vom Sonntag ist der Zuspruch für Türkis-Grün in den letzten Tagen weiter gewachsen und liegt aktuell bei 32 Prozent, zuletzt waren es noch 29 Prozent.

Österreicher wünschen eine "stabile Regierung"

Hajek erklärte im Gespräch mit der APA, die Österreicher würden eine "stabile Regierung" wollen, "zwei Partner, die sich gut verstehen und etwas weiterbringen". Es sei dabei zwar nicht allen egal, ob es Türkis-Blau oder Türkis-Grün wird, aber soweit die Koalition aus Sicht der Wähler erfolgreich ist, werde sie dann auch gut angenommen. Das Meinungsbild könne sich aber schnell drehen: Vor der Nationalratswahl 1999 etwa hätten alle von der Großen Koalition zwischen SPÖ und ÖVP geschwärmt. Dann kam es zu Schwarz-Blau und diese Variante habe dann auch bald Zustimmung erfahren.

Auch Meinungsforscher David Pfarrhofer ("market") sieht die Zustimmung zu den Grünen deutlich angestiegen. Die Grünen würden sich freilich bei der Frage, ob sie in einer Regierung vertreten sein sollen, leichter tun, als die FPÖ: Denn die Blauen polarisieren laut dem Experten deutlich stärker und seien daher mit massiverer Ablehnung konfrontiert. (apa)