Sie ist eine von eine von fünf Frauen unter den insgesamt 30 FPÖ-Parlamentariern und neu im Nationalrat: Rosa Ecker (50) war ab 1990 Sekretärin und Sachbearbeiterin in zwei Unternehmen. Seit 2003 ist sie FPÖ-Gemeinderätin in Saxen im Mühlviertel, sie ist FPÖ-Vizebezirkschefin im Bezirk Perg und war seit 2015 im Bundesrat. Seit 2012 ist sie Landesobfrau der Initiative Freiheitlichen Frauen in Oberösterreich. Ecker war in der Krisenpflege für Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen tätig und hat neben drei eigenen Kindern ein Pflegekind.

"Wiener Zeitung": Sie sind seit mehr als 20 Jahren für die FPÖ in Saxen im unteren Mühlviertel aktiv. Ist das Nationalratsmandat jetzt die Belohnung dafür?

Rosa Ecker: Ich habe mich sehr engagiert in der ganzen Zeit, wenn es darum gegangen ist, gute Ideen einzubringen. Wir haben auch immer sehr gute Wahlergebnisse in der Gemeinde gehabt und einen freiheitlichen Bürgermeister. Ich denke, dass ich mir das auf die eine oder andere Weise verdient habe. Aber Belohnung ist die falsche Bezeichnung.

Wie sind Sie zur FPÖ gekommen und warum gerade das Engagement für diese Partei?

Ich bin zur FPÖ gekommen aufgrund meines Engagements im Betriebsrat anno dazumal. Da habe ich dann die Gewerkschaftsschule gemacht.

Aber war da nicht die SPÖ das Naheliegendere?

Das hat sich anders ergeben, weil der damalige Bürgermeister Ernst Haslinger, das ist ein freiheitliches Urgestein, zu mir auf unseren Bauernhof gekommen ist. Er hat mich gefragt und hat gesagt, wir bräuchten wen für Arbeitnehmeranliegen. Ich war gewollt, ich wurde gebraucht und ich habe die ganze Zeit nachher bei meinem Engagement immer das Gefühl vermittelt bekommen, ich bin den Freiheitlichen wichtig. Ich habe immer das Gefühl gehabt, ich bin genauso anerkannt wie alle Männer.

Ideologie stand nicht im Vordergrund?

In der Gemeindepolitik engagiert man sich im Schulausschuss, für Kindergärten, Nachmittagsbetreuung. Alles, was den Menschen ein Anliegen ist. Da gehört man selbst dazu. Der Ortsparteiobmann der SPÖ ist damals nicht auf mich zugekommen.

Ihr politischer Start in der Gemeindepolitik war nicht wegen der freiheitlichen Inhalte?

Das war damals sicher nicht aus parteipolitischen Beweggründen. Es ging um die Mitarbeit in einer Gemeinde. In der Gemeindepolitik sieht man Politik oft ganz anders.

Ist für Sie kein Unterschied zwischen einer FPÖ- und einer SPÖ-Politik?

Heute absolut.

Inwiefern?

Es hat sich immer mehr bestätigt, dass ich richtig bin, wo ich heute bin. 1987 wurde zum Beispiel die Heiratsbeihilfe abgeschafft, 15.000 Schilling, das war damals viel Geld für eine junge Familie. Da hatte ich nicht das Gefühl gehabt, dass die SPÖ etwas für mich tut. Beim zweiten Kind haben sie die Dauer des Karenzgeldes von zwei auf eineinhalb Jahre verkürzt. Das war nicht für die Familien, was SPÖ und ÖVP getan haben. Ich habe immer das Gefühl gehabt, dass wir als Freiheitliche Partei in dem Bereich gute Sachen umgesetzt haben. Ich bin nie so personenbezogen gewesen. Es geht um die Sachen, die man umsetzt, dass man Gesetze beschließt, die den Menschen draußen etwas bringen. Da geht es nicht darum, wer ganz vorne steht.